Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

 
 

Liebe Leserinnen und Leser!
Liebe Skandinavistik-Studierende!
Liebe Bibliotheksbenutzerinnen und Bibliotheksbenutzer!

Als ich 1993 aus Schweden nach Berlin zurückkehrte, traf ich hier auf eine Bibliothekssituation, die in Schweden längst der Vergangenheit angehörte. Seit den siebziger Jahren gibt es in Schweden einen elektronischen Gesamtkatalog der wissenschaftlichen Bibliotheken. Ein Buch aus Lund kann man innerhalb von drei Tagen in Umeå in der Hand haben. Wer aber vor fünf Jahren in Berlin ein Buch suchte, musste viele Wege gehen. Zwar gab es einen Gesamtkatalog für Berlin-Brandenburg, damals in der Universitätsbibliothek auf Mikrofiches vorhanden, jedoch ließen Vollständigkeit und Aktualität zu wünschen übrig. Konnte ein Buch in diesem Katalog nicht nachgewiesen werden, so blieb nur noch der zeitraubende Weg zu den Zettelkatalogen der einzelnen Bibliotheken. Dennoch fand ich damals bei der Suche nach einem amerikanischen Fachbuch in diesem Mikrofiche-Katalog einen Nachweis für eine Bibliothek in Dahlem. Leider war dort das Buch noch im Geschäftsgang. Eine dringende Vorbestellung dieses Titels hatte zur Folge, dass ich zwei Jahre später benachrichtigt wurde, das Buch stünde nun zur Abholung bereit. Derweil hatte ich längst das Buch gekauft und mein Studium beendet. War das Ausnahme oder Normalität? Jedenfalls ging es schneller, von hier aus ein Buch in Reykjavík nachzuweisen als in der Staatsbibliothek.

 

Vieles hat sich inzwischen getan. Wenn auch der virtuelle Gesamtkatalog für Berliner und Brandenburger Bibliotheken (KOBV) vorerst nur Bestände der drei Berliner Universitäten und einiger Universitäten und Fachhochschulen Brandenburgs verzeichnet, so wird die Zahl der angeschlossenen Bibliotheken im kommenden Jahr ständig wachsen. Auch die Bestände der Staatsbibliothek (übrigens ab Erscheinungsjahr 1905 vollständig online erfasst), zur Zeit nur über den Berlin-OPAC online recherchierbar, werden im Laufe des Jahres über die Suchmaschine des KOBV zu ermitteln sein. Ein enormer Fortschritt, wenn wir endlich den Gesamtkatalog für Berlin und Brandenburg haben!

Wer die Skandinavistik-Bibliothek benutzt, musste in den letzten Jahren einige Mühen auf sich nehmen: drei Kataloge, teilweise vier verschiedene Teilbestände, und ständig werden die Bücher (nur die Bücher?) verrückt... Neuerdings stimmen selbst die Zettelkataloge nicht mehr!

Schuld daran ist das HSP III-Projekt, alle Bücher der Bibliothek online zu verzeichnen und nach einer einheitlichen Systematik aufzustellen. Bereits jetzt umfasst unser elektronischer Katalog über 37.000 Datensätze (bei einem Bestand von ca. 42.000 Bänden), wenn auch viele Titel noch nicht auf den Standort des Buches verweisen. Dies zu ändern wird für das Jahr 2000 unser Ziel sein. Sämtliche Bibliotheksbestände in einem Online-Katalog erfasst und nach einer Systematik aufgestellt zu haben - das ist in skandinavischen Bibliotheken schon lange Realität. Mit der für Anfang des kommenden Jahres geplanten Einführung des neuen Bibliothekssystems Aleph, welches in Berlin von den drei Universitäten und in Nordeuropa unter anderem auch von Kungliga Biblioteket in Stockholm und Det Kongelige Bibliotek in Kopenhagen benutzt wird, werden dann auch unsere Bestände im KOBV nachgewiesen sein.

In unseren Regalen und Katalogen werden derweil noch Tausende Bücher ihren Platz wechseln. Ich wünsche Ihnen, den Studierenden, dass Sie die Bücher im neuen Semester trotzdem finden werden und uns allen, dass das Projekt am Ende des Jahres 2000 vollständig abgeschlossen sein wird.

Biblioteket år 2000 - hjertligt velkommen!

 


Ute Mousa
Berlin, Dezember 1999
 

 

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