Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

 
 

Liebe Studierende,

noch 1998 war von virtuellen Welten - Abbildungen der Realität im Internet - die Rede. Man diskutierte über die Gefahr der Einführung von kommerziellen Inhalten, die eine Einschränkung der Internet-Demokratie - oder Anarchie, wie es von einigen gern gesehen wurde -, bedeuten würde. Heute gehört das Buchen von Flugtickets und Bahnkarten im Netz zur Selbstverständlichkeit. Es kommt gar zur Krise, wenn das Netz nicht funktioniert. Hektisch, nervös und ratlos steht man da, denn wie soll ein Arbeitstag ohne Google oder E-Mail aussehen.

Technik-Interessierte fragen heute, was eine Homepage ohne dynamische Datenbankanbindung ist? Doch an der Universität fragt man noch nicht mal immer, was ein Institut ohne Homepage ist? Dabei werden, bevor sich Studierende auch nur auf den Weg zur Sprechstunde von InstitutsmitarbeiterInnen machen, die Informationen sowohl nach der Zimmernummer als auch der Sprechzeit im Netz gesucht. Wir leben in einer sich rasant entwickelnden Welt. Ist das nur ein Slogan oder Realität? Noch vor vier Jahren, im Oktober 2000, hatte unsere Homepage 37.480 Besucher. Im Oktober 2004 waren es 311.850. Das bedeutet, dass durchschnittlich jede/r Studierende des Nordeuropa-Instituts cirka 28-mal im Monat ins Netz taucht, um auf unserer Website nach Informationen zu suchen. Es bedeutet auch, dass sich die Zugriffshäufigkeit innerhalb von vier Jahren beinahe verzehnfacht hat.

Die ersten vor fünf Semestern in Seminaren eingesetzten Mailinglisten wurden noch mit Skepsis betrachtet. Von den Lehrenden zum Teil hinsichtlich ihres Nutzens, von den Studierenden hinsichtlich ihrer Notwendigkeit. Längst nicht alle Studierenden verfügten über E-Mail-Adressen. Oft wussten sie nicht, dass man eine solche von der Humboldt-Universität bekommen kann. Heute ist auch dies Schnee von gestern. In den meisten Veranstaltungen wurden Mailinglisten mittlerweile unabdingbar.

Ist das schon alles? Die Welt spricht "Multimedia". Das tut auch das Nordeuropa-Institut. Multimedia zum Frühstück, zum Abendbrot und zwischendurch auch - im Unterricht und in der Freizeit. Es werden multimediale Lehrinhalte zur Begleitung der Seminare erstellt, eingesetzt, evaluiert. Referate von Studierenden werden mit PowerPoint oder Flash-Präsentationen visualisiert, diese mit Laptop und Beamer vorgeführt. Seminararbeiten werden in Form von HTML-Dokumenten abgeliefert, und es gibt Kurse, die im Chatroom abgehalten werden. Es werden zahlreiche Projekte mit einem multimedialen Output durchgeführt. Digitale Kameras begleiten Exkursionen, Ausflüge, Institutsfeiern auf Schritt und Tritt.

Der Einsatz der neuen Technologien und ihre Betreuung sind längst etabliert und gehören zum Alltag. Überall? Die Universität schafft es nicht rechtzeitig, strukturell dieser Entwicklung nachzukommen. MitarbeiterInnenstellen, die die elektronischen Aktivitäten der Institute unterstützen, sind in den Personalplänen nicht mal angedacht. Neue, noch so notwendige Stellen in Zeiten finanzieller Tiefen zu erschaffen ist eine Utopie. Uns als Institut bleibt nur zu hoffen, dass die Kürzungen diesen Entwicklungsbereich nicht betreffen werden.

Nun bist Du aber Studentin oder Student des Nordeuropa-Instituts und hast damit die Möglichkeit, nicht nur zur eigenen, sondern auch zur Entwicklung des Instituts beizutragen. Ich wünsche Euch allen ein produktives neues Semester, viel Spaß beim Erstellen eigener Präsentationen, und ich hoffe, Euch dabei mit meinem Rat begleiten zu können.

 

Izabela Dahl, Leiterin des Informationskontors
Berlin, im Januar 2005

 

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