Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

 
 

Liebe Leserinnen und Leser!

Nach der Konzentration der Berliner Skandinavistik an der Humboldt-Universität haben wir das Konzept des Kommentierten Vorlesungsverzeichnisses und unseres Jahresberichtes verändert: Es wird jetzt ergänzt durch einen Rechenschaftsbericht, der zum Sommersemester vor allem auf Projekte und Publikationen hinweist und zum Wintersemester informativer das Personal des Instituts vorstellt. Wir wollen damit einerseits unseren Arbeitseinsatz bei der Herstellung effektivieren, andererseits die Portokosten senken, zum dritten aber - und das vor allem - auch unsere Studierenden Einblick nehmen lassen in das, was am Institut außer der Lehre betrieben wird.

Am 28. Oktober 1994 luden die Präsidentin der Humboldt-Universität, Frau Prof. Dr. Marlis Dürkop, und der Präsident der Freien Universität, Herr Prof. Dr. Johannes W. Gerlach, zu einem kleinen feierlichen Akt in den Senatssaal der Humboldt-Universität ein. Begangen wurde die zwischen beiden Universitäten vollzogene Konzentration u. a. der Skandinavistik an der Humboldt-Universität. Im Klartext: Die Freie Universität gab das Fach auf, Stellen und Gelder wurden an die HU verlagert, Bibliotheken und Schreibtische verschoben. Grundlage der Fusion ist ein von den Kuratorien abgesegneter Kooperationsvertrag. Daß es dabei Reibereien geben würde, mußte jedem klar sein, schließlich sind die Berliner Universitäten gegenwärtig in arger finanzieller Bedrängnis. Und so war es auch der einhellige Tenor der "Festreden": Fusionen wie diese waren im Oktober 1994 bereits aus einer anderen Welt, alle künftigen Strukturveränderungen der Berliner Wissenschaftslandschaft sind wohl nur noch vorstellbar durch ersatzlose Schließung des Studienfaches an einer der Universitäten. Trotz aller Blessuren (schließlich blieben drei Stellen auf der Strecke bzw. bei der FU): Glück gehabt, Skandinavistik!

Die Attraktivität der Berliner Skandinavistik manifestiert sich in unserem universitären Alltag durch allerlei Anfragen, durch eine beeindruckende Besucherschar, etwa durch das schwedische Fernsehen, aber auch darin, daß der Institutsdirektor zu den Empfängen und Diners bei den Besuchen der nordeuropäischen Staatsoberhäupter im vergangenen Jahr geladen war.

Für das Fach, für Forschung und Lehre wichtig ist die jetzt formalisierte Beziehung der Humboldt-Universität zur Stockholmer Universität. Bei dem Besuch des Rektors und der Dekane, der nicht zuletzt dem Nordeuropa-Institut galt, wurde ein ganzes Bündel von Austauschmöglichkeiten vereinbart: Austausch von Studierenden, von Doktoranden und Dozierenden, Abhaltung von Symposien. Auch mit der Kopenhagener Universität, so können wir jetzt hoffen, wird die intensive Beziehung wieder aufgenommen. Mit Tampere und Helsinki, mit Odense, Bergen und Göteborg bestehen bereits Netzwerk-Kontakte - Studierende und Dozierende studieren und unterrichten im Austausch. Mit Hilfe des Jubiläumsfonds der Schwedischen Reichsbank können wir 1995 eine Reihe von Konferenzen durchführen, die in einen größeren Projektverbund münden sollen. Teil davon - die Alexander-von-Humboldt-Stiftung ist ebenfalls daran beteiligt - ist eine Personenrochade im Sommersemester: Der Politikwissenschaftler und Historiker Bo Stråth aus Göteborg wird Bernd Henningsen vertreten, der zu einem Forschungsaufenthalt an das Swedish Collegium for Advanced Study in the Social Sciences (SCASSS) nach Uppsala geht.

Auf der schwedisch-deutschen Datenautobahn wird es regen Verkehr geben, so ist zu hoffen: Dies insbesondere auch, weil davon die Lehre befruchtet wird - das folgende Verzeichnis mag das belegen.


Bernd Henningsen, amt. Institutsdirektor
Januar 1995


 

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