Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

 
 

Liebe Leserinnen und Leser!
Liebe Skandinavistik-Studierende!

Im Dezember des vergangenen Jahres hatte das Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität alle osteuropäischen Universitäten, an denen es Skandinavistik/Nordistik-Studiengänge gibt, zu einer Arbeitstagung nach Berlin eingeladen. Die Resonanz war überaus erfreulich: Es waren Dozierende und Studierende aus 12 Ländern, von 17 Universitäten gekommen. Wir konnten mit großer finanzieller Unterstützung des DAAD, des Schwedischen Institutes, der dänischen Botschaft und der Friedrich-Ebert-Stiftung knapp 50 Personen in Berlin begrüßen; gekommen waren auch Studierende aus Stockholm und Greifswald.

Das Besondere dieser Konferenz war zum einen, daß ausschließlich Skandinavisch gesprochen wurde, kein Englisch, kein Deutsch. Eigentlich sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein... Zum anderen aber - und das scheint mir das Wichtigste gewesen zu sein - dies war eine Konferenz der Studierenden: Von jeder Universität war nur ein Hochschullehrer oder eine Hochschullehrerin eingeladen, dagegen aber je zwei Studierende. Diese wiederum stellten nicht das Publikum, sondern waren aktive Teilnehmer - Referierende! Alle hatten die Aufgabe, ein ca. 15minütiges Referat aus ihrem Spezialgebiet zu halten und sich anschließend der Diskussion zu stellen. Wie bereits bei der Vorjahreskonferenz in Vilnius, die der Nordische Ministerrat unterstützt hatte, so stellte sich auch bei uns in Berlin dieses Experiment als außerordentlich gelungen heraus. Ging nicht eine Faszination davon aus, daß ein Student aus Moskau und eine Studentin aus Prag über den Tod in den Romanen von Johannes V. Jensen miteinander debattierten - auf Dänisch!? Oder wie es eine schwedische Teilnehmerin ausdrückte: "Att höra ryskor tala om gamla isländare på norska - det var oväntat och hoppingivande."

Die Konferenz und der Zuspruch, den wir erfahren haben, machten deutlich, daß Skandinavien in Europa eine Zukunft hat. Warum nicht eine gesamteuropäische Konferenz institutionalisieren, so wurde am Ende der Konferenz gefragt, auf der sich die Skandinavisten von Paris bis Moskau, von Riga bis Florenz regelmäßig austauschen? Mediävisten, Literaturwissenschaftler, Linguisten, Historiker, Ökonomen und Sozialwissenschaftler. Amerika macht uns das vor.

Mit diesem Bändchen wollen die Berliner Skandinavisten Ihnen einen kommentierten Überblick geben über das Lehrangebot im Sommersemester 1996. Zugleich erhalten Sie mit den folgenden Seiten eine Bilanzierung unserer Arbeit des vergangenen Jahres, dies ist sozusagen zugleich unser Rechenschaftsbericht.

Wir wünschen Ihnen, liebe Studierende, ein erfolgreiches Semester.

 


Bernd Henningsen, Institutsdirektor
Berlin, im Januar 1996
 

 

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