Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

 
 

Liebe Leserinnen und Leser!
Liebe Skandinavistik-Studierende!

Das vorausgehende Semester war - wie auch die davorliegenden Semester - wieder von teilweise unvorhersehbaren Entwicklungen und Aktionen geprägt.

Der von Hessen ausgehende Uni-Streik hatte Ende November auch die Humboldt-Universität und damit unser Institut erreicht, welches sich wieder, mittlerweile schon 'streikerprobt', mit verschiedenen Aktionen (z. B. öffentliche Lehrveranstaltungen, inhaltliche Arbeitsgruppen zur Studienordnung und Lehrevaluierung, Sprachunterricht für S-Bahn-Fahrende) intensiv beteiligte. Die Aktivitäten vieler Studierender in hochschulpolitischen Fragen, die das Institut, die Berliner Hochschulsituation und die deutsche Bildungspolitik insgesamt betreffen, zeugen von einem großen Engagement für die Schaffung und Beibehaltung von Möglichkeiten zu einer umfassenden und qualifizierten Bildung.

Ein weiterer, positiver Schritt in diese Richtung war die für Anfang 1998 geplante Lehrevaluierung durch die Studierenden mittels einer umfangreichen Fragebogenaktion. Es ist zu hoffen, daß die Evaluierung Diskussionen zu didaktischen und inhaltlichen Aspekte der Lehre bewirken kann, zur Transparenz von Studienrahmenbedingungen beiträgt und somit positive Auswirkungen auf Studienverläufe und -engagement nach sich zieht.

Als positive Neuerungen am Nordeuropa-Institut sind u. a. die Besetzung des Isländisch-Lektorats mit Soffía Gunnarsdóttir und Andreas Vollmer zu nennen, die sich die Stelle für drei Jahre teilen werden. Durch die Neubesetzung des Schwedisch-Lektorats wird es glücklicherweise auch hier wieder die so wichtige personelle Kontinuität einziehen. Damit wären alle Lektorate am Nordeuropa-Institut wieder besetzt, so daß eine relativ umfangreiche Sprachausbildung stattfinden kann. Mit der Besetzung der freigewordenen Mitarbeiter/innen-Stelle in der Sprachwissenschaft ist in diesem Fachteil ebenfalls mit einer Ausweitung des Lehrangebotes zu rechnen.

Für die Professur Literaturwissenschaft wird hingegen auch im Sommersemester noch keine Berufung erfolgen. Wie im letzten Semester wurde über die Vertretung erst wieder im letzten Moment entschieden. In der Mediävistik schließlich führt das Auslaufen der Mitarbeiter/innen-Stelle von Julia Zernack leider zu einer Verschlechterung der personellen Situation.

Neben dem 'internen' Lehrveranstaltungsangebot hat das Nordeuropa-Institut im Wintersemester zahlreiche Außenveranstaltungen bestritten und dadurch eine relativ breite Öffentlichkeit erreichen können. Allen Veranstaltungen voran ist die Beteiligung an der Ausstellung Wahlverwandtschaft. Skandinavien und Deutschland 1800-1914 im Deutschen Historischen Museum zu nennen, die danach in Stockholm und Oslo zu sehen sein wird. Die Ausstellung war flankiert von einem umfangreichem kulturellem und wissenschaftlichem Rahmenprogramm, welches u. a. zahlreiche Autor/innen, Künstler/innen und Wissenschaftler/innen nach Berlin gebracht hat und den Studierenden auf diese Weise eine Reihe das Lehrangebot ergänzende Veranstaltungen bieten konnte.

Mit diesen verschiedenen Aspekten hat sich das Institut in seiner Vielseitigkeit zeigen können. Ich wünsche den Studierenden und Lehrenden ein ähnlich buntes und engagiertes, aber auch ein 'geregeltes' Sommersemester 1998.


Antje Hornscheidt
Berlin, im Dezember 1997

 

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