Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

 
 

Liebe Studierende des Nordeuropa-Instituts!

Vorlesungsverzeichnisse entstehen bekanntlich viele Monate, bevor sie verkauft und gelesen werden können. Blickt man zum jetzigen Zeitpunkt, also in der Mitte des Sommersemesters, in die Presse oder auf die Homepage der HU, so ist für den Beginn des Semesters, über das dieses KVV informiert, nicht viel Gutes zu erwarten. Der Akademische Senat hat gerade einen Einstellungsstopp beschlossen, d.h. keine freiwerdende Stelle für ProfessorInnen oder wissenschaftliche MitarbeiterInnen kann derzeit neu besetzt werden. Darüber hinaus hat die Humboldt-Universität für das Wintersemester einen Immatrikulationsstopp verhängt. Hintergrund dieser dramatischen Maßnahmen sind die konzeptlosen, massiven Kürzungsdrohungen, die in den letzten Wochen vom Berliner Finanzsenator ins Gespräch gebracht worden sind und die vor allem die Geistes- bzw. Kulturwissenschaften zu bedrohen scheinen.

Es ist zu erwarten, dass jetzt, da Sie das KVV in den Händen halten, zumindest etwas mehr Planungssicherheit eingetreten ist, dass weniger Gerüchte die Diskussionen bestimmen, dafür mehr Fakten zur Verfügung stehen. Und es ist zu hoffen, dass es nicht so schlimm kommt, wie momentan angekündigt. Und trotz all der Hiobsbotschaften, die kursieren, trotz der berechtigten Zukunftssorgen, die nicht nur die Berliner Universitäten und nicht nur die geisteswissenschaftlichen Fächer um-treiben, möchte ich für das Nordeuropa-Institut einen vorsichtig optimistischen Blick in die nähere Zukunft wagen.

Immerhin waren die letzten Semester von zukunftsweisenden Aktivitäten geprägt. So liegen mittlerweile Entwürfe für die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge Skandinavistik/Nordeuropa-Studien vor. Wenn alles läuft wie geplant, werden diese ab 2004 den bisherigen Magisterstudiengang ablösen und das Skandinavistik-Studium in Berlin auf der Grundlage einer verstärkten fachteilübergreifenden Arbeit strukturieren. Auch am Entwurf fachteilübergreifender Projekte wird intensiv gearbeitet. Die internationalen Kooperationen werden ausgeweitet, dabei sind u.a. die Skandinavistik an der University of California, Berkeley, und die Georg-Brandes-Forskerskolen in Kopenhagen. Der erste Jahrgang des einjährigen Master-Aufbaustudiengang Baltic Sea Region Studies, der im letzten Semester das Studienprogramm auch am Nordeuropa-Institut bereicherte, geht in diesem Herbst in sein drittes und letztes Trimester - mit der Aussicht auf Verlängerung im nächsten Jahr. Steigende Studierenden- und Abschlusszahlen am Nordeuropa-Institut schließlich sind Zeichen dafür, dass unser derzeitiger Studiengang attraktiv und erfolgreich ist.

Nein, trotz aller trüben politischen Aussichten: Zumachen werden wir nicht! Intelligente Menschen, innovative Ideen und engagierte Umsetzungskonzepte haben wir genug, so dass unser Institut auch in Zukunft ein spannender Ort für die reflektierte Beschäftigung mit Nordeuropa bleiben wird.


Stefanie v. Schnurbein, Direktorin des Nordeuropa-Institutes
Berlin, Juni 2003

 

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