Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Index

Gegenstand dieses Fachteils sind die skandinavischen Sprachen und Literaturen des Mittelalters sowie deren geschichtliche und kulturgeschichtliche Grundlagen und Kontexte. Das Grundstudium führt deshalb in das "Altnordische" (am Beispiel des "Altisländischen") ein, vermittelt im einführenden Grundkurs einen Überblick über die verschiedenen Gattungen und regionalen Ausprägungen der Literatur und vertieft diesen Überblick, vor allem in Übungen, an exemplarisch gewählten Themen und Texten. Die Einführung in historisch-philologische Fragestellungen, in Arbeitstechniken und Hilfsmittel der Fachrichtung sowie die Vermittlung von kritisch-wissenschaftlichen Verhaltensweisen soll die Studierenden auf das Hauptstudium vorbereiten.

Hauptfachstudierende, die die obligatorischen Veranstaltungen der Mediävistik mit Erfolg besucht haben, können ohne größere Probleme an den weiterführenden Veranstaltungen des Grund- wie Hauptstudiums teilnehmen. Eine Spezialisierung auf das Fachgebiet sollte freilich bereits in der zweiten Phase des Grundstudiums beginnen, weil der Erwerb der notwendigen Sprachkenntnisse ("Altnordisch") den Besuch mehrerer einschlägiger Veranstaltungen erfordert.

Im Hauptstudium werden die im Grundstudium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten vertieft und fachwissenschaftliche Themen unterschiedlicher Gegenstandsbereiche behandelt. Dabei soll eine Vertrautheit mit exemplarisch ausgewählten Bereichen der mittelalterlichen skandinavischen Literatur sowie der Geschichte und Kulturgeschichte des Zeitraums erreicht werden. Hierbei sollen die Studierenden die Probleme der Forschungssituation erkennen können und die Fähigkeit erlangen, individuell und in Zusammenarbeit mit anderen, wissenschaftliche Aufgabenstellungen zu erkennen, zu beschreiben und zu lösen.

Im Verbund des NI profitiert die Mediävistik von ihrer Nähe zur Sprachwissenschaft (und vice versa), deren einschlägiges Angebot (Runologie, Sprachgeschichte, ältere Sprachstufen) für Studierende der Mediävistik wertvolle zusätzliche Qualifikationen vermittelt.

Bei dem wünschenswerten Bezug der Lehre des Hauptstudiums zur Forschung gibt es ein problematisches Spannungsverhältnis zwischen dem Erfordernis, über jeweils einige Semester hinweg ein Gattungen, Epochen und verschiedene Themengebiete angemessen berücksichtigendes Lehrangebot zu gestalten, und den notwendigerweise auf einzelne Schwerpunkte konzentrierten Forschungsvorhaben des/der einzelnen (und in der Mediävistik zur Zeit einzigen) Lehrenden. Insofern ist eine ausschließliche oder auch nur weitgehende Fundierung der Lehre durch Forschung kaum möglich.

In der Mediävistik ist jedoch in den zurückliegenden Jahren v. a. im Hauptstudium eine nennenswerte Zahl von Lehrveranstaltungen angeboten worden (zur dänischen und schwedischen Mittelalterliteratur, zur Überlieferungsgeschichte und Buchkultur, zur "Skandinavistischen Mediävistik", zur Fachgeschichte), die auf dem Konzept einer "Skandinavistischen Mediävistik" fußen, wie es im Fach entwickelt wurde und zu dem ein Buchprojekt im Entstehen ist (vgl. 1.5 Forschungsprojekte).

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