Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

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Propädeutikum

Der Grundkurs "Fachverständnis und Arbeitsweisen der Skandinavistik", kurz Propädeutikum genannt, ist ein Einführungskurs in das Studium der Skandinavistik am NI und soll gemäß Studienplan von den Studierenden innerhalb der ersten beiden Semester, vor ihrer Teilnahme an den fachspezifischen Grundkursen, belegt werden. Der Kurs ermöglicht es ihnen, sich direkt zu Beginn des Studiums über die Inhalte des Skandinavistik-Studiums zu informieren. Dazu gehört das erste Kennenlernen der Themenbereiche, die im Studium eine Rolle spielen sowie der Arbeitsmethoden, die das Handwerkszeug eines geisteswissenschaftlichen Faches darstellen. Darüber hinaus bekommen die Studierenden einen ersten Eindruck von den Lehrenden der vier Fachteile, die am NI vertreten sind, denn ein großer Teil des Kurses wird der Vorstellung dieser gewidmet. Flankierend dazu werden die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens vorgestellt und durch die Studierenden erprobt sowie Bibliotheks- und Archivführungen angeboten. Um die Arbeitsweisen eines geistes-wissenschaftlichen Studiums nicht nur theoretisch kennen zu lernen und um zu einer frühzeitigen Einschätzung dazu, ob sie Motivation und Interesse für den Studiengang mitbringen, gelangen zu können, fertigen die Studierenden zwei kurze, thematisch klar umrissene Hausarbeiten zu zwei verschiedenen Fachteilen an, die jeweils intensiv in der Gruppe und in Einzelgesprächen ausgewertet werden. Für das Institut ergibt sich so die Möglichkeit, schon sehr frühzeitig Kompetenzen erkennen und gezielt fördern sowie Probleme angehen zu können.

Von 144 neu eingeschriebenen Studierenden im Sommersemester 1999 (24) bzw. Wintersemester 1999/2000 (120) haben im selben Zeitraum 95 Studierende den Grundkurs besucht, was einer Quote von ungefähr zwei Dritteln entspricht. Es muss also davon ausgegangen werden, dass ein Drittel der Eingeschriebenen Skandinavistik als sog. "Parkstudium" benutzt. Dass auch in den Sprachanfängerkursen lediglich die gleiche Anzahl Haupt-fachstudierende begonnen hat, unterstützt diese Annahme. Von denjenigen, die an der ersten Sitzung des Propädeutikums teilnahmen, haben 60 bis 75 Prozent die erste Hausarbeit geschrieben. Nach dieser Hausarbeit sind noch einmal ungefähr 10 Prozent der Studierenden dem Kurs ferngeblieben und haben die zweite Hausarbeit nicht mehr verfasst. Von denjenigen, die auch die zweite Hausarbeit anfertigten, haben über 96 Prozent den Kurs erfolgreich absolviert. Von denjenigen, die die zweite Hausarbeit als nicht ausreichend bewertet bekamen und damit den Kurs nicht erfolgreich beendeten, hat in den letzten vier Semestern nur eine einzige Person das Studium danach nicht aufgegeben, sondern den Kurs erneut besucht. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass zwei Drittel der Studierenden schon während des ersten Fachsemesters das Studium wieder aufgeben bzw. erst gar nicht richtig beginnen. Der Grundkurs ist bewusst als Entscheidungshilfe in diesem Prozess der Studienfachbestimmung angelegt und scheint sein Ziel damit weitgehend zu erfüllen.

Zusätzlich zu dem Grundkurs konnte in den letzten Semestern ein Tutorium angeboten werden, in welchem die Kenntnisse zum wissenschaftlichen Arbeiten vertieft und zusätzlich Einführungen zur Nutzungsweise des Internet zur Literatur- und Informationsrecherche sowie zur computergestützten Textverarbeitung angeboten werden konnten. Das Konzept des Propädeutikums ist in den letzten Jahren durch die Lehrenden des NI zusammen mit Studierenden diskutiert und überarbeitet worden. Das jetzt bestehende Konzept ist das Ergebnis mehrjähriger Überarbeitungen und hat sich in dieser Form bewährt.

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