Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Index

2.5.1 ERASMUS

2.5.1.1 Studierendenaustausch

Ein Auslandsstudium wird allen Studierenden der Skandinavistik bereits in der Studienordnung des Faches empfohlen, deshalb engagiert sich das NI sehr stark in der Förderung von Auslandsaufenthalten. In erster Linie nutzen die Studierenden die teilweise seit über zehn Jahren bestehenden ERASMUS-Partnerschaften mit Instituten an den Universitäten Aarhus, Odense, Bergen, Göteborg, Lund, Stockholm, Södertörn, Helsinki, Vilnius und Gent. Die ERASMUS-Stipendien haben den großen Vorteil, dass ihre Beantragung und Bewilligung am Institut unbürokratisch erfolgt und zudem die Betreuung der Studierenden an fast allen Partneruniversitäten optimal zu nennen ist.

Die Integration der Studierenden in die Studiengänge an den Partneruniversitäten (auch in Fächern, zu denen keine Vertragsbeziehungen bestehen) verläuft zum größten Teil reibungslos, die Studierenden schildern in ihren Abschlussberichten fast ausschließlich positive Erfahrungen. Das dort meist existierende Mentorensystem macht den Austauschstudierenden die Eingewöhnung im Ausland leicht.

Die Anerkennung der im Ausland erbrachten Leistungen (als SWS, aber auch in Form von Äquivalenzbescheinigungen für Leistungsnachweise) erfolgt am NI in der Regel ohne Probleme und entspricht somit dem Anspruch des ERASMUS-Programms, dass die Auslandsaufenthalte zu keiner Studienzeitverlängerung führen sollten.

Insgesamt kann beobachtet werden, dass der Auslandsaufenthalt sehr positive Effekte hat. Zunächst gilt dies für die Studierenden, die oft fachlich weiterqualifiziert und persönlich gereifter zurückkommen und sich zumeist stärker als zuvor in die Lehrveranstaltungen und in die Aktivitäten des Instituts einbringen. Für den Lehrkörper ergeben sich aufgrund der engen Kontakte zu Partneruniversitäten Möglichkeiten, persönlichen und fachlichen (über die eigenen Fachteilinteressen hinausgehenden) Austausch mit Kolleginnen und Kollegen im Ausland zu entwickeln und zu pflegen.

Von den Partneruniversitäten werden deren Studierendenkontingente aufgrund der Attraktivität Berlins und der HU fast immer vollständig ausgeschöpft, die meisten Studierenden gehen allerdings an die germanistischen Institute und erscheinen nicht am NI.

Nachteile für unsere Studierenden liegen in der geringen Förderungshöhe des ERASMUS-Stipendiums, das in den letzten Jahren nie 400 DM pro Monat überstiegen hat und ab dem Sommersemester 2001 voraussichtlich auf die Hälfte sinken wird. Der andere Nachteil liegt im für das Betreuungspersonal recht hohen Verwaltungsaufwand. Da die bisher aus HSP III-Mitteln finanzierten Hilfskraftstellen Ende 2000 gestrichen werden, ist eine weitere Zunahme der Arbeitsbelastung für die ERASMUS-Beauftragten der Fakultäten zu befürchten. Weiter zeigt sich, dass die Anzahl der Bewerbungen auf einem niedrigen Niveau stagniert. So wurden in diesem Jahr von gut 20 Plätzen à ein Semester lediglich elf vergeben (zu detaillierten Angaben s. Anlage 9 "Studierendenmobilität im Rahmen von ERASMUS"). Dass nicht alle Plätze ausgenutzt werden, liegt wohl zum einen an der geringen Höhe der Förderung, zum anderen an den infrastrukturellen Problemen der Studierenden, ein Auslandssemester zu organisieren.

Diese Probleme entstehen häufig durch die finanziellen Belastungen des Auslandsaufenthalts, der ggf. notwendigen Kündigung von Beschäftigungsverhältnissen in Berlin, der Aufgabe oder Untervermietung der Wohnung vor Ort und schließlich der kaum möglichen Koordinierung von Berliner und skandinavischen Semesterzeiten (Wintersemester Berlin ca. Oktober bis Februar, hösttermin ca. September bis Januar, Sommersemester ca. April bis Juli, vårtermin ca. Januar bis Juni) - den Studierenden wird deshalb empfohlen, einen einsemestrigen Auslandsaufenthalt zum Herbst anzutreten, oder aber für ein ganzes Jahr ins Ausland zu gehen.

2.5.1.2 Lehrendenmobilität

Wie in der gesamten Universität ist auch am NI das Interesse der Lehrenden an einem Lehrauftrag an den ERASMUS-Partneruniversitäten nur gering, zum größten Teil wohl auch der Problematik der nicht kompatiblen Semesterlaufzeiten in Berlin und Nordeuropa geschuldet. Einigermaßen stabile Austauschbeziehungen auf diesem Sektor gibt es zu den Universitäten Aarhus, Göteborg, Helsinki, Lund und Bergen sowie künftig voraussichtlich auch mit Vilnius. Vgl. Anlage 10 "Lehrendenmobilität im Rahmen von ERASMUS".

Bei Gastaufenthalten ausländischer Kolleginnen und Kollegen am NI wurden die Gäste erfolgreich in reguläre Lehrveranstaltungen des Instituts eingebunden, das gilt auch für die Aufenthalte von Lehrenden des Instituts an den Partneruniversitäten.

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