Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Index

Vorbemerkung

Es wurden insgesamt 207 Fragebögen an Skandinavistikstudierende versandt. 77 Fragebögen wurden zurückgesandt, was einer Rücklaufquote von 37,2 % entspricht. Im Vergleich mit den übrigen beteiligten Studiengängen an der Philosophischen Fakultät II ist das eine hohe Quote, die nur vom Lehramtsstudiengang Latein (42,6 %) übertroffen wurde. Der Durchschnittswert aller evaluierten Studiengänge der Fakultät liegt bei 30,2 %.

Frage 7: Probleme zu Studienbeginn

Insgesamt sind die Werte für das Anfertigen schriftlicher Arbeiten, freies Sprechen und die Nutzung der Computer-Pools relativ hoch (um 3 auf einer Skala von 1 = gar nicht bis 5 = in hohem Maße), die Probleme sind also relativ groß. Im Vergleich zu den anderen Instituten stechen diese Werte jedoch nicht hervor. Es ist anzunehmen, dass dies keine speziellen Anforderungen oder Probleme des Skandinavistik-Studiengangs sind. Die Angaben zu "andere Anforderungen" spiegeln typische Schwierigkeiten bei Aufnahme des Studiums wider, so z. B. Sprachausbildung, Nutzung der Bibliothek, aber auch später auftretende Probleme wie die Vorbereitung der Zwischenprüfung.

Auf die ersten beiden Punkte könnte noch intensiver im Kurs "Einführung in die Grundlagen und Arbeitsweisen der Skandinavistik" eingegangen werden, während für die Zwischenprüfung mehr Unterstützung durch die Lehrenden (z. B. Anforderungen an die Themen und Themenauswahl allgemein) als auch durch die Studienberatungen gegeben werden könnte.

Frage 8: Bereiche, in denen sich die Befragten mehr Unterstützung gewünscht hätten

Zu dieser Frage gab es zahlreiche Vorschläge (23). Am auffälligsten sind die Forderungen nach mehr Hilfe bei der Orientierung und Planung des Studiums, Unterstützung beim Erlernen der Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens (z. B. durch Tutorien) und erneut intensivere Vorbereitung auf die Zwischenprüfung.

Die durch das NI angebotenen individuellen Beratungen zur Planung des Studiums in der Anfangsphase (sowohl durch die studentische als auch die Beratung durch Lehrende) werden durch die Studierenden kaum genutzt, obwohl auf diese Möglichkeiten bei der obligatorischen Studienfachberatung am ersten Studientag deutlich hingewiesen wird.

Frage 10: Bewertung des Lehrangebots

Die Bewertung (Skala -2 = sehr unzufrieden bis +2 = sehr zufrieden) fast aller vorgegebenen Punkte liegt im positiven Bereich, das heißt zwischen 0,05 bis 0,81. Die Studierenden sind aber mit der Koordination des Lehrangebots über mehrere Semester eher unzufrieden (Wert: 0,11).

Frage 11: Fachgebiete, die neu oder erweitert ins Lehrangebot aufgenommen werden sollen

Insgesamt wünschen sich die 25 Studierenden, die sich zu dieser Frage geäußert haben, erweiterte Angebote aus allen vier Fachteilen. Folgende Nennungen waren am häufigsten: Kulturwissenschaft, besonders Geschichte (6); Sprachausbildung (5); Literaturwissenschaft (4); mehr Methodik, Übungen zum wissenschaftlichen Arbeiten (4).

Für Studierende, die neben Skandinavistik "große" Fächer wie Neuere deutsche Literatur oder Geschichte studieren, muss das skandinavistische Angebot sehr schmal erscheinen. Im Vergleich mit dem Gesamtangebot anderer deutscher Skandinavistik-Institute ist jedoch eher das Gegenteil festzustellen. Die Antworten sind aus Sicht des NI sehr differenziert zu betrachten: Während in der Mediävistik aufgrund der unbefriedigenden Stellensituation in der Tat nur eine "Basisversorgung" erfolgt und auch die nicht besetzte Professur für Neuere skandinavische Literaturen zu gewissen Einschränkungen führte, wurden sowohl in Sprach- wie auch Kulturwissenschaft eine relativ große Anzahl von Lehrveranstaltungen angeboten, mit der Folge, dass die Teilnehmerzahlen in Einzelfällen an der kritischen unteren Grenze lagen.

Frage 15: Angemessenheit der Studienanforderungen - Vorschläge für Veränderungen

Die Vorschläge (insgesamt 5), wie z. B. mehr Überblicksveranstaltungen oder längere Sprachausbildung sind einerseits schon umgesetzt oder andererseits lange am Institut diskutiert. Anzumerken sind die Wünsche nach mehr Pflichtscheinen und weniger Themen für die Zwischen- bzw. Abschlussprüfung.

Ein Vorschlag war, bei den entsprechenden Anforderungen in Zukunft stärker zu berücksichtigen, dass bis zur Zwischenprüfung nur sehr wenige Fachveranstaltungen besucht werden.

Das Kernproblem besteht aus Sicht der Prüfenden darin, dass Hauptfachstudierende für die Zwischenprüfung drei Themen aus einem Fachteil vorschlagen müssen. Da pro Fachteil aber nur ein Grundkurs besucht wird, fordert diese Regelung von den Studierenden eine sehr frühzeitige Berücksichtigung dieser Regelung bei der Auswahl ihrer Lehrveranstaltungen.

Frage 17: Angemessenheit der Prüfungsanforderungen

Im Vergleich zu den anderen Instituten ist auffällig, dass die Studierenden die Prüfungsanforderungen im Grundstudium für relativ hoch halten (38,2 % haben Wert 1 gewählt, der zwischen "zu hoch" und "angemessen" liegt. Bei der Amerikanistik haben nur 12,5 % Wert 1 angegeben.

Bei der Erarbeitung der neuen Prüfungsordnung wurden entsprechende Forderungen der Studierenden berücksichtigt. Die aktuellen Anforderungen sind seinerzeit auch von den studentischen Vertretern in den Gremien befürwortet worden. Bei der genannten kritischen Einschätzung ist weiter zu bedenken, dass die Bewertung der Prüfungsanforderungen im Grundstudium durch die befragten Studierenden des Hauptstudiums um fast einen Skalenpunkt niedriger ausfällt.

Dennoch könnten zusätzlich angebotene Konsultationstermine der Prüferinnen und Prüfer weit vor der Zwischenprüfung dazu beitragen, die mehr "technischen" Probleme bei der Prüfungsvorbereitung (Ablauf, Themenauswahl, Themenumfang etc.) zu beseitigen und damit möglicherweise Ängste abzubauen.

Frage 18: Wenn Prüfungsanforderungen zu hoch, welche Änderungsvorschläge

Bei dieser Frage (allerdings lediglich 5 Antworten) wurde erneut auf die Zwischenprüfung eingegangen und aufgezeigt, es gäbe zu wenig Themenangebote im Vergleich zum Umfang der Prüfungsthemen. Zum anderen wurde die Klausur als Prüfungsform kritisiert und studienbegleitende Prüfungen angeregt. Das heißt, die Studierenden kritisieren nicht die Prüfung oder die Klausur als Prüfungsform an sich, sondern wünschen sich a) eine gezieltere Vorbereitung auf die Prüfung, z. B. bereits Klausuren während des Studiums, die als Leistungsnachweis anerkannt werden, und b), dass die erbrachten Leistungsnachweise im Gegensatz zur jetzigen Praxis in der Endnote berücksichtigt werden.

Die Prüfung (einschl. Klausur) ist ausdrücklich gewollt, um nicht erst in der abschließenden Magisterprüfung einer wirklichen Prüfungssituation gegenüberzustehen. Dies war bei den Beratungen zur Prüfungsordnung auch die Meinung der studentischen Vertreter.

Frage 20: Bedeutung der Beratung durch Lehrende

Wichtig erscheint den Studierenden die Beratung durch die Lehrenden zur Prüfungsvorbereitung (4,51 bei einer Skala von 1 = gar nicht bis 5 = in hohem Maße), zu Fachfragen (4,38) und zum Studienaufbau (4,21). Die Ist-Werte, das heißt, in welchem Maß eine Beratung in den für wichtig erachteten Bereichen wirklich angeboten wird, liegen zur Prüfungsvorbereitung bei 3,41, zu Fachfragen bei 3,60 und zum Studienaufbau mit 3,87 am höchsten. Im Schnitt unterscheiden sich Soll- und Ist-Werte um einen Punkt auf der Skala.

Unter der Rubrik "Sonstiges" gaben vier Befragte an, mehr Unterstützung in den Bereichen studienrelevante Nebentätigkeiten und Auslandsstudium erhalten zu wollen. Vgl. Frage 22 bei den Lehrenden.

Frage 24: Zufriedenheit über die Möglichkeit, am wissenschaftlichen Leben des Instituts teilzunehmen

Die Studierenden der Skandinavistik sind sowohl im GS als auch im HS zufrieden mit den Möglichkeiten, am wissenschaftlichen Leben des Instituts teilnehmen zu können. Die Durchschnittswerte liegen im Grundstudium bei 0,19 und im Hauptstudium bei 0,31 (Skala -2 = sehr unzufrieden, +2 = sehr zufrieden).

Frage 26: Wie zufrieden sind Sie mit den Bedingungen in der Institutsbibliothek?

Die befragten Studierenden zeigen sich nicht sonderlich zufrieden mit den Bedingungen in der Institutsbibliothek. Negativ wurde die Anzahl der Arbeitsplätze beurteilt. Und sogar stark im negativen Bereich liegt der Mittelwert bei der Beurteilung der Ausleihmöglichkeiten (die Institutsbibliothek ist eine Präsenzbibliothek!). Auffällig ist hier, dass die Beantwortung dieser Frage durch die Lehrenden des Institutes (dort Frage 7) deutlich positiver ausfiel. Die Werte bei den Lehrenden ergeben insgesamt ein "zufrieden", währenddessen bei der Auswertung der Studierendenfragebögen eher ein "unzufrieden" zustande kam. Auf diese Diskrepanz ist hinzuweisen. Eher positiv durch die Studierenden bewertet wurden die Beratung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Möglichkeiten zur Literaturrecherche, die Öffnungszeiten sowie die Verfügbarkeit der Literatur.

Frage 27: Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen am Institut

Noch etwas negativer gestaltet sich die Beurteilung der Arbeitsbedingungen am Institut. "Unzufrieden" sind die Studierenden vor allem mit den Aufenthaltsräumen, der Anzahl der Arbeitsplätze sowie den Kopiermöglichkeiten. Etwas positiver wird die PC-Situation (Betreuung, Öffnungszeit, Anzahl) beurteilt, jedoch liegen die ermittelten Werte noch immer im negativen Bereich.

Das NI ist sich der nicht optimalen Bedingungen bewusst. Bei der Planung für den Neubau wurde auf die Punkte Aufenthaltsräume und Anzahl der Arbeitsplätze besonderes Augenmerk gelegt. Gegenwärtig sind Verbesserungen an dieser Situation leider kaum realistisch. Es ist bereits als Erfolg zu werten, dass der einzige studentische Aufenthaltsraum (gleichzeitig Fachschaftsraum) nicht zu einem Büro umfunktioniert worden ist.

Frage 33: Bedeutung praxisbezogener Gesichtspunkte im Studium

Für die Studierenden haben besonders folgende Gesichtspunkte hohe Priorität: Informationen über mögliche Berufsfelder, Hilfe bei der Praktikasuche, Praxisrelevanz der Lehrinhalte und die Vorbereitung auf das Berufsleben.

Als gut schätzen die Befragten, auch im Vergleich zu anderen Instituten, die Möglichkeit der Mitarbeit in wissenschaftlichen Projekten ein. Ebenfalls gut bewertet werden im Vergleich die Hilfe bei der Praktikasuche, Infos über mögliche Berufsfelder und die Praxisrelevanz der Lehrinhalte.

Frage 36: Inwieweit haben folgende, auf das Magisterstudienfach bezogene Gründe zur Verzögerung Ihres Studiums beigetragen?

Am stärksten haben, nach Angaben der Studierenden, Angebotsdefizite bei Lehrveranstaltungen zur Verzögerung ihres Studiums beigetragen, als weitere Gründe wurden Motivationsprobleme (diese besonders im Hauptstudium), eine schlechte Studiumsstruktur sowie Prüfungsangst angegeben. Das Angebot an Praktikumsplätzen und Unklarheiten über Studienanforderungen tragen nach der vorliegenden Befragung offenbar am wenigsten zu einer zeitlichen Verzögerung bei. Alle diese Werte gruppieren sich auf einer Skala von 1-5 (gar nicht-in hohem Maße) um die 2. Keiner der gefragten Aspekte ist damit offenbar aus-schlaggebend für eine Studienverzögerung. Im Falle der Skandinavistik ist dafür - studien-intern - wohl eher der im Durchschnitt zehnmonatige Auslandsaufenthalt (Frage 4) von über 50 % der befragten Studierenden verantwortlich zu machen. 62 % der Befragten stand das Studium im Ausland noch bevor. Vgl. Frage 11 bei den Lehrenden.

Frage 37: Allgemeine Gründe für Verzögerung des Studiums

Den Ausschlag für eine Studienverzögerung gibt bei den meisten der befragten Studierenden die Erwerbstätigkeit, auf einer Skala von 1-5 liegt der entsprechende Mittelwert bei 4! An zweiter Stelle ist der Erwerb von Zusatzqualifikationen zu nennen, gefolgt vom Auslandsstudium/-semester.

Sehr interessant ist hierbei die Unterscheidung in Grund- und Hauptstudium. Im Grundstudium werden nach der Erwerbstätigkeit während des Studiums ein Engagement außerhalb der Uni, familiäre Verpflichtungen, sowie der Erwerb von Zusatzqualifikationen und Besuch fachfremder Lehrveranstaltungen als Hauptgründe für eine Studienverzögerung angegeben. Von den Studierenden des Hauptstudiums wurde dieses Bild nur in einem Punkt bestätigt: Die Erwerbstätigkeit ist hier ein noch schwerer wiegender Faktor. Als weitere Gründe werden hier Auslandsstudium und Auslandssemester angeführt, gefolgt vom Erwerb von Zusatzqualifikationen, dem Besuch fachfremder Lehrveranstaltungen sowie Studienschwerpunkt- und Hochschulwechsel. Eine vergleichsweise geringere Rolle spielt das Engagement außerhalb der Uni - das bei den Studierenden im Grundstudium noch an zweiter Stelle stand. Wichtiger war im Grundstudium offenbar auch das Engagement innerhalb der Universität, was im Hauptstudium kaum noch als Grund angegeben wird. Die ungünstigen Berufsaussichten werden von den Studierenden des Hauptstudiums zwar häufiger, aber dennoch kaum als Verzögerungsgrund angegeben.

Frage 38: Allgemeine Zufriedenheit mit den Studienbedingungen

Vergleichsweise gut ist die Zufriedenheit der Studierenden mit ihrem Fach, auf einer Skala von -2 bis +2 wurden Werte von ca. 0,5 errechnet, damit ein deutlich höherer als beispielsweise im vergleichbaren Magisterstudiengang Amerikanistik. Das spricht zwar nicht für eine ausgesprochene Zufriedenheit, jedoch noch weniger für eine Unzufriedenheit der Studierenden.

Frage 43: Aufwand für ausgewählte Tätigkeiten im vergangenen Semester

Der zeitliche Aufwand für nur zwei der hier aufgeführten Aspekte nahm im Laufe des Studiums bei den meisten der befragten Studierenden ab, das sind das gesellschaftliche Engagement außerhalb der Uni (Mittelwert 5,7 h/Woche ® 2,6 h) und der Besuch von Lehrveranstaltungen, der allerdings von einem höheren Niveau, aber dennoch relativ stark absank (Mittelwert 18,41 h/Woche ® 11,1 h). Der Aufwand für das Selbststudium hingegen nahm erheblich zu, und vor allem auf die Erwerbstätigkeit während des Studiums wurde immer mehr Zeit verwandt. Betrug der Durchschnitt am Anfang des Studiums noch ca. 8 h/Woche, so nahm er gegen Ende des Hauptstudiums auf 12,6 h/Woche zu. Bei den "aufsteigenden" Werten ist jeweils eine kleine Talsohle zu Anfang/Mitte des Hauptstudiums zu verzeichnen. In den anderen Fächern der Fakultät ergibt sich ein ähnliches Bild, vor allem der zeitliche Mehraufwand für die Erwerbstätigkeit ausgerechnet zum Ende des Hauptstudiums hin ist alarmierend.

Fragen 44 und 45: Umfang der Erwerbstätigkeit im letzten halben Jahr

Sowohl in der vorlesungsfreien- als auch der Vorlesungszeit waren ungefähr 50 % der befragten Studierenden regelmäßig erwerbstätig. Für 75 % der Befragten bedeutete das eher Nachteile, zumindest keine Vorteile. Nur 3,2 % gaben an, große Vorteile aus dieser Erwerbstätigkeit zu ziehen. Jeweils etwas über 20 % waren gar nicht bzw. nur gelegentlich erwerbstätig.

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