Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut – Skandinavistik und Nordeuropa-Studien


Fachteil

Mediävistik

Die Mediävistik am Nordeuropa-Institut beschäftigt sich mit dem Mittelalter im skandinavischen Raum und insbesondere mit der Überlieferung altnordischer Handschriften. Im Zentrum von Forschung und Lehre stehen deren Untersuchung sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff und Konzept des Mittelalters.

 

Team Profil Projekte und Kooperationen Lehre im aktuellen Semester

Team

Professur für Mediävistik

 
 
 

Profil

Mediävistik am Institut

„Ich beschäftige mich damit, was Mittelalter im skandinavischen Raum ist, wie sich Mittelalter entwickelt und literarisch niederschlägt. Was mich daran fasziniert, ist, dass wir nicht ein Mittelalter haben, sondern Texte, die sich vom 12. und 13. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert fortziehen. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden altnordische Manuskripte in quasi-mittelalterlicher Weise produziert, und das ist ein Unikum, das ich sehr faszinierend finde.“

Lukas Rösli

Die skandinavistische Mediävistik blickt auf eine lange Tradition zurück, deren Anfänge im Humanismus des 18. Jahrhunderts liegen. Sie gehört zu den traditionsreichsten Teilbereichen der Skandinavistik und prägt bis heute Forschung und Lehre an vielen Instituten in Deutschland.

Die Mediävistik untersucht das Mittelalter als Epoche aus unterschiedlichen Perspektiven. Eine besondere Rolle spielt dabei die Überlieferung altnordischer Handschriften. Dass ein großer Bestand dieser Handschriften erhalten blieb und heute zugänglich ist, ist vor allem Árni Magnússon (1663–1730) zu verdanken. Die von ihm zusammengetragenen Manuskripte befinden sich heute unter anderem in der Stofnun Árna Magnússonar í íslenskum fræðum in Reykjavík, in der Universitätsbibliothek Kopenhagen sowie in Den Arnamagnæanske Samling in Kopenhagen. Das Studium dieser Handschriften steht im Zentrum der Arbeit der Professur für Mediävistik.

Da viele der erhaltenen Handschriften frühneuzeitliche Abschriften mittelalterlicher Vorlagen sind, ist bereits ihre Einordnung als Zeugnisse des Mittelalters Gegenstand kritischer Auseinandersetzung. Auch der Begriff und das Konzept des Mittelalters werden in Forschung und Lehre der Professur reflektiert und hinterfragt. Neben der Handschriftenkunde im Allgemeinen gehören Paratexte zu den besonderen Schwerpunkten in Lukas Röslis Forschung.

Die Mediävistik beschränkt sich jedoch nicht auf das Studium von Handschriften. Sie erforscht und vermittelt mittelalterliche Sachverhalte in ihrer Breite, nähert sich der altnordischen Sprache linguistisch und analysiert altnordische Texte aus literaturwissenschaftlicher Perspektive. Die vergleichsweise große Zahl an Studierenden ermöglicht ein breites Lehrangebot.

Die Lage des Instituts in Berlin eröffnet darüber hinaus vielfältige Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Fachbereichen, Universitäten und Institutionen in direkter Nähe sowie mit internationalen Partnern.

 

Projekte

Projekte und Kooperationen

 

2023–2026 Nachhallende Netzwerke. Diskursive, räumliche und personelle Knotenpunkte altnordistischer Forschungsparadigmen (1650–1950) resonatingnetworks.com
2021–2022 OX|BER Summer School zum Thema Medialität / (Re-)Mediation, finanziert durch BUA-OX|BER und geplant in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Carolyne Larrington (University of Oxford); Vorbereitungen im November 2021 und Juli 2022, Durchführung vom 12.09.–15.09.2022 am Nordeuropa-Institut, Humboldt-Universität zu Berlin
seit 2021 Externes Mitglied des Centre for the Viking Age and the Middle Ages der Universität Aarhus cas.au.dk
seit 2021 Redaktionsmitglied bei Mittelalter – Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte mittelalter.hypotheses.org
seit 2021 Redaktionsmitglied bei AMAD – Archivum Medii Aevi Digitale amad.org
seit 2021 Mitherausgeber der Reihe Archivum Medii Aevi Digitale Studies: Debates amad.org
seit 2020 Redaktionsmitglied bei ExGeist – Experiment Geisteswissenschaft exgeist.hypotheses.org
seit 2019 Mitglied der Steuerungsgruppe und Koordinator von Memory & the Pre-Modern North – An International Memory Studies Research Network Focussing on Viking Age and Medieval Scandinavia (MPMN) premodern-memory.org
seit 2019 Redaktionsmitglied der Beiträge zur Nordischen Philologie (BNPh) BNPh / Open Access Bände der BNPh
2018–2021 Projektleitung Gedächtniskultur im Paratext – Textränder altnordischer Prosahandschriften (SNF Ambizione) ds.uzh.ch/paratext
seit 2017 COST Review Panel Member (CH Humanities)
seit 2017 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Scandia – Journal of Medieval Norse Studies periodicos.ufpb.br
seit 2017 Internationales Forschungsprojekt The Eddic Project (Part II) – Re-reading Eddic Poetry, Projektleitung: Prof. Dr. Carolyne Larrington (University of Oxford), Dr. Judy Quinn (University of Cambridge) und Dr. Brittany Schorn (University of Cambridge)
seit 2014 Mitglied des Beirats der Schweizerischen Gesellschaft für Skandinavische Studien (SGSS) sagw.ch/sgss
seit 2008 Internationale Editionsgruppe zur Þorsteins saga bæjarmagns