Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Kulturhus Berlin e. V.

Ein Rückblick auf
Kulturhus Berlin e. V. – Zentrum für nordeuropäische Kultur & Wissenschaft
von Ina Juckel
Logo – Kulturhus Berlin e. V.

Mit der Gründung von Kulturhus Berlin im Jahr 2003 begann das rege Wirken des Zentrums für nordeuropäische Kultur und Wissenschaft, in dem fortan die Kulturen Nordeuropas und des Baltikums hier in Berlin und darüber hinaus erlebbar gemacht wurden.

Der Impuls für die Gründung des gemeinnützigen Vereins rührte von hoch engagierten Student*innen der Skandinavistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit großer Leidenschaft für den Norden Europas inklusive des Baltikums, Islands, Grönlands und den Färöer-Inseln erkundeten sie diese Regionen aus wissenschaftlicher wie kultureller Perspektive und zeigten im Rahmen unterschiedlichster Formate, was den sogenannten Norden ausmacht und bewegt. Neben eigener Forschung und Publikationen wie Rezensionen und Journalen gab es Kulturveranstaltungen, um die Lust am deutsch-nordeuropäischen Austausch zu wecken, darunter Lesungen, Seminare, Podiumsdiskussionen oder den Stadtrundgang mit dem vielversprechenden Titel „Säufer, Künstler und Gelehrte – Skandinavier in Berlin“. Unvergessen sind auch Ausstellungen wie „Schweben – Träumen – Leben. Tove Janssons Mumin-Geschichten“ (2009), das erste skandinavisch-deutsche Erzählfestival in Berlin mit dem Titel „Meermärchen“ (2010) oder das hiesige Jubiläumsprogramm zu „Munch 150“ (2013/2014).

Das mit großer Begeisterung von den Berliner*innen aufgenommene Highlight war zweifelsohne der Nordische Filmklub. Im Felleshus der Nordischen Botschaften zeigte Kulturhus Berlin einmal im Monat nordeuropäische Filme in der Originalfassung mit Untertiteln. Inspiration für das Programm waren internationale Filmfestivals wie die Berlinale oder die Filmfestspiele in Cannes. Von Ingmar-Bergman-Filmen über nordische Krimis bis hin zu Dokumentationsfilmen gab es viel aus den Kulturen der nördlichen Breitengrade zu sehen und zu entdecken.

Als gemeinnütziger Verein hat Kulturhus Berlin über viele Jahre ein großes Spektrum an Aktivitäten lebendig werden lassen. Für Student*innen der Skandinavistik bzw. Nordeuropa-Studien bot der Verein mit Sitz am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin zudem eine hervorragende Möglichkeit, im Rahmen eines Praktikums erste Berufserfahrungen zu sammeln und Institutionen mit nordeuropäischem Bezug kennenzulernen. Auch ich habe diesen Weg gewählt und im Verein eigene Ideen und Projekte umsetzen können. Dafür bin ich nach wie vor sehr dankbar.

Für jeden Verein zählt das Engagement seiner Mitglieder, um Ideen verwirklichen und neue Projekte auf den Weg bringen zu können. Da es in den letzten Jahren immer weniger Kapazitäten gab, um bestehende Angebote wie zum Beispiel den Nordischen Filmklub, unseren Adventskalender, Rezensionen oder den Stadtrundgang mit Regelmäßigkeit und/oder gewohnter Qualität zu bieten, beschlossen wir im März 2020 schweren Herzens die Einstellung unserer Vereinsaktivitäten. Mit Ablauf der einjährigen Sperrfrist wurde Kulturhus Berlin im Mai 2021 offiziell aufgelöst.

Bleiben werden viele schöne Erinnerungen und nicht zuletzt eine tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Nordeuropa-Institut, das uns Räumlichkeiten, Unterstützung und vor allem viele Gelegenheiten zur Zusammenarbeit bot. Auch den Nordischen Botschaften und vielen anderen Partner*innen, mit denen wir im Laufe all der Jahre kooperierten, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.

Ina Juckel