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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

 

Prof. Dr. Ella Johansson:
Bericht über die Tätigkeit als schwedische Stiftungsgastprofessorin
September 2003 - Juli 2004

 

Voraussetzungen
Institutsinterne Tätigkeit
Institutsextern
I. Aufträge, Gastvorträge, Seminare, Konferenzen und Symposien
II. Vertrauensaufträge
III. Eigene Forschung
IV. Publikationen

Die schwedische Stiftungsgastprofessur wurde erstmals zum 1.10.1998 von der schwedischen Regierung eingerichtet und in den ersten drei akademischen Jahren durch Professor Torsten Nybom, Geschichte (zwei Jahre) und Professorin Birgitta Holm, Literaturwissenschaft (ein Jahr), beide von der Universität Uppsala, besetzt.

Seit 2002 wird die Gastprofessur vom Jubiläumsfond der schwedischen Reichsbank finanziert und trägt den Namen Dag-Hammarskjöld-Professur. Seit dem 15. September ist die Stellung mit der Ethnologin Prof. Dr. Ella Johansson besetzt.

Voraussetzungen

Die Vereinbarung zwischen Riksbankens Jubileumsfond und mir sah vor, dass meine Anstellung sowohl Lehre und Betreuung als auch eigene Forschung umfassen sollte. Lehrveranstaltungen sowie die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten im Bereich schwedische Ethnologie, Kulturgeschichte, Medien- und Populärkultur bilden neben eigenen Forschungsaktivitäten den Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Auf Wunsch der Studierenden des Nordeuropa-Instituts werden die Lehrveranstaltungen in schwedischer Sprache abgehalten.

Institutsinterne Tätigkeit

Im Wintersemester 2003/04 wurden die folgenden Lehrveranstaltungen durchgeführt:

  1. Vorlesung: Det andra Sverige. Migration och minorieteter. (Das andere Schweden. Migration und Minderheiten.)
  2. Übung: Vardag, samtid och masskommunikation som studieobjekt. (Alltag, Gegenwart und Massenkommunikation als Studienobjekt.)
  3. Hauptseminar (zusammen mit Dr. Antje Hornscheidt): (Inter- und trans-) Disziplinäre Forschungsansätze zu Gesundheit und Gender in Schweden/Skandinavien.

An der Vorlesung nahmen rund 15 Studierende teil, an der Übung und am Hauptseminar je 8-12 Studierende.

Im Rahmen der Vorlesung wurden folgende Gastvorträge angeboten:

- Montag, 10. November 2003:
Margrit Wettstein-Törnblom (Institut für Kulturanthropologie, Universität Uppsala, sowie Nobel-Museum, Stockholm):
Trygghet i Resväskan: Nelly Sachs flykt till livet (Geborgenheit in der Reisetasche: Nelly Sachs' Flucht in das Leben)

- Montag, 17. November 2003:
Petra Garberding (Institut für Ethnologie, Hochschule Södertörn, Stockholm):
Musikutbyte i Europa i skuggan av nazismen. Kurt Atterbergs roll i "Ständiger Rat für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten" (Musikaustausch in Europa im Schatten des Nazismus. Die Rolle Kurt Atterbergs im "Ständigen Rat für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten")

- Montag, 17. Februar 2004:
Dr. habil. Aris Fioretos (Kulturattaché der Schwedischen Botschaft in Berlin):
Min svarta skalle. "Är litteraturen något annat än själsarkeologi?" (Mein schwarzer Schädel. "Ist Literatur etwas anderes als Seelenarchäologie?")

Im Sommersemester 2004 wurden folgende Lehrveranstaltungen durchgeführt:

  1. Vorlesung: Socialantropologiska perspektiv på skandinavisk för- och äldrehistoria. (Ein kulturanthropologischer Blick auf die skandinavische Vor- und Mittelaltergeschichte)
  2. Übung: Långa linjer, snabba förändringar: Att problematisera tradition och modernitet. (Lange Linien, schnelle Veränderungen: Tradition und Modernität problematisieren)
  3. Hauptseminar: Att materialisera Sverige. Studiet av föremål och symboler. (Schweden materialisieren. Das Studium von Gegenständen und Symbolen)

An der Vorlesung nahmen rund 15 Studierende teil, an der Übung und am Hauptseminar je 8-12 Studierende.

Im Rahmen der Vorlesung wurden die folgenden Gastvorträge angeboten:

- Montag, 3. Mai 2004:
Dr. Ann-Kristin Ekman (Prorektorin der Hochschule Dalarna und Dozentin in Sozialanthropologie):
Socialanatropologiska arbetssätt i förstatliga samhällen och i det moderna Sverige. (Sozialanthropologische Arbeitsweisen in vorstaatlichten Gesellschaften und im modernen Schweden)

- Montag, 14 Juni:
Ylva Stenqvist-Millde (Institut für Archäologie, Universität Stockholm) :
Vägar och kommunikation i en dynamisk periferi. (Wege und Kommunikation in einer dynamischen Peripherie)

- Samstag 26 juni 2004:
Dr. Elisabeth Rudebeck (Institut für Archäologie, Universität Lund):
En stor man och mycket vacker - Bilden av makt och manlig skönhet i Heimskringla och i järnålderns bildvärld. (Ein großer Mann und auch sehr schön. Das Bild von macht und männlicher Schönheit in der Heimskringla und der Bildwelt der Eisenzeit)

- Montag 28 Juni 2004:
Dr. Elisabeth Rudebeck (Institut für Archäologie, Universität Lund):
Ny kunskap om gamla platser. Föregångaren till staden Lund som exempel på ny forskning om centralplatser i järnålderns Skandinavien. (Neue Kenntnisse über alte Orte. Vorgänger der Stadt Lund als Beispiel neue Zentralortforschung)

Im Rahmen des Hauptseminars wurden die folgenden Gastvorträge angeboten:

- Mittwoch 16. Juni 2004:
Dr. Mats Roslund (Institut für Archäologie und Geschichte der Antike, Universität Lund):
Slavisk migration till Skandinavien ca. 900 till 1300. Teoretiska och metodiska utgångspunkter för studiet av kulturell identitet genom materiell kultur inom arkeologi. (Slawische Migration nach Skandinavien von ca. 900 bis 1300. Theoretische und methodische Ausgangspunkte für das Studium der kulturellen Identität durch materielle Kultur in der Archäologie)

Im Rahmen des Hauptseminar und der Übung wurden die folgenden Gastvorträge angeboten:

- Samstag 19 juni 2004:
Dr. Michael Godhe (Campus Norrköping, Universität Linköping):
Föreställningen om svenskar som ett tekniskt kunnigt och intresserat folk. (Die Vorstellung von den Schweden als technisch bewandertem und an Technik interessiertem Volk)

- Montag, 21. Juni 2004:
Dr. Michael Godhe (Campus Norrköping, Universität Linköping):
Framstegets arvtagare. Populärvetenskap, science fiction och fostran för teknisk utveckling i 1900-talets Sverige. (Erben des Fortschritts. Populärwissenschaft, Science Fiction und Erziehung zur technischen Entwicklung im Schweden des 20. Jahrhunderts)

Außerdem wurden die folgenden Gastvorträge öffentlich angeboten:

- Montag, 17. Mai 2004:
Prof. Tomas Forser (Institut für Literaturwissenschaft, Universität Göteborg):
Tabloidiseringen av det litteräre samtalet. Tendenser i dagspressens samtida litteraturkritik. (Tabloidisierung des literarischen Gespräches. Tendenzen der gegenwärtigen Literaturkritik in der Tagespresse)

- Montag, 7. Juni 2004:
Carl Tham (Botschafter Schwedens in Deutschland):
Sverige - Välfärd i trångmål? (Schweden - Wohlfahrt in Bedrängnis?)

Die Gastvorlesungen wurden als offene Veranstaltungen angekündigt und wurden außer von den Kursteilnehmern auch von anderen Studierenden und Mitarbeitern des Instituts besucht.

WS 2003-2004: Mitglied der Habilitationkommission von Dr. Stefan Michael Schröder, Kulturwissenschaft, Nordeuropa-Insitut.

SS 2004: Mitglied der Habilitationkommission von Dr. Antje Hornscheidt, Linguistik, Nordeuropa-Insitut.

Institutsextern

Neben meiner Tätigkeit als Lehrende am Nordeuropa-Institut sowie bei der Mitherausgeberschaft der Zeitschrift Nordeuropaforum habe ich es während des vergangenen Jahres als meine Pflicht angesehen, zuvorderst die Möglichkeiten und Kontakte wahrzunehmen, welche die Stellung im kulturwissenschaftlichen Forschungsgebiet, im Besonderen, und in der höheren Ausbildung im Allgemeinen mit sich bringt - in erster Linie selbstverständlich mit Blick auf die schwedisch-/skandinavisch-deutschen Beziehungen.

I. Aufträge, Gastvorträge, Seminare, Konferenzen und Symposien

  • 29. August 2003: Universität Trondheim (Historisches Institut / Zentrum für Frauen- und Ge-schlechterforschung (NTNU)): erste Opponentin bei Hilde Gunn Slottemos Disputation. Die Dissertation trägt den Titel Fabrikkarbeider, far og forsørger. Menn og mannlighet ved Koksverket i Mo i Rana, 1950-1980. (Fabrikarbeiter, Vater und Versorger. Männer und Männlichkeit im Kokswerk in Mo i Rana, 1950-1980)
  • 28. September bis 4. Oktober 2003: Leitung der Projektkonferenz und des Doktoranden-Kolloquiums Flexibilitet som tradition (Flexibilität als Tradition) in Ängersjö.
  • 22.-24. November 2003: Projektplanungsreise nach Örebro. Gemeinsame Konferenz der Institutsleitung des Nordeuropa-Institutes mit der Leitung und den Mitarbeitern des historischen Institutes der Universität Örebro zum Thema: Kulturella gränsdragningsprocesser mellan hälsa och sjukdom i välfärdsstater (Kulturelle Differenzierungen von Gesundheit und Krankheit in Wohlfahrtsstaaten)
  • 4. bis 7. März 2004: Gastgeberin des Wintersymposiums der Nordischen Sommeruniversität (NSU) zum Thema Diagnoser af etikkens og økonomiens genfortryllelse (Diagnosen zur wiederverzauberung von Ethik und Ökonomie), arrangiert vom Kreis 6 der NSU (The reenchantment of the world).
  • 18. März 2004: Universität Tromsö: Gastvortrag im Zentrum für Frauenforschung: Menn i periferiens landskap (Männer in der Landschaft der Peripherie)
  • 2. April 2004: Mitgliedschaft in Doktorkommission von Fil.mag. David Wästerfors, Institut für Soziologie, Universität Lund
  • 16. April 2004: Mitgliedschaft in Doktorkommission von Forstler Örjan Kardell, Schwedische Universität für Landwirtschaft, Uppsala
  • 10.-12. Juni 2004: Universität Örebro: Symposium Kulturella gränsdragningsprocesser mellan hälsa och sjukdom i välfärdsstater (Kulturelle Differenzierungen von Gesundheit und Krankheit in Wohlfahrtsstaaten)

II. Vertrauensaufträge

Wissenschaftliche Gutachterin im kulturwissenschaftlichen Ausschuss des Jubiläumsfond der schwedischen Reichsbank.

Nachrücker des Regierungsvertreters im Vorstand des Museumsvereins Kulturen.

III. Eigene Forschung

Meine eigenen Forschungen haben hauptsächlich darin bestanden, die Arbeiten an der Abschlusspublikation für das Forschungsprojekt Flexibilitet som tradition (Flexibilität als Tradition), dem ich seit 1997 vorstehe, zu leiten. Darüber hinaus habe ich mit dem Verfassen zweier Monographien begonnen. Eine ist Bestandteil des genannten Forschungsprojektes und behandelt den Alltag und das Selbstbild von Frauen im ländlichen Nordschweden. Ausgangspunkt hierfür bildet ein einfaches Tagebuch zweier Frauen, entstanden während der zwanziger Jahre. Die zweie Monographie untersucht wie Vorstellungen von Geschlecht, Person und vom 'guten Menschen' in einem aus vorindustrieller Zeit herrührenden Brauch ihren Ausdruck finden, in dem die Patin rituell als die Person dargestellt wird, von der man sich wünscht, dass das Kind so wird.

IV. Publikationen

  • Det sista träslottet. Rivalitet, jämlikhet och byggalenskap. In: Bebyggelsehistorisk tidskrift 45 (2003), "Kring Hälsingegårdarna", s. 83-95.
  • Blir det någonsin slutforskat i Ängersjö? Jämten 2004, im Druck

Berlin den 6 juli 2004

Ella Johansson