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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

The Global North and its Others

 
 

Am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität wird derzeit ein transdisziplinäres Forschungsprojekt initiiert, in dessen Rahmen Phänomene von Kolonialismus, Postkolonialismus und Migration in Bezug auf die skandinavischen Länder und deren historische, politische und kulturelle Verflechtungen mit anderen Regionen untersucht werden sollen. Uns beschäftigt die Frage nach einer Sonderstellung Skandinaviens innerhalb dieses internationalen Gefüges, die exemplarisch anhand von Verbindungen mit Afrika und dem Nordatlantik seit dem 19. Jahrhundert erforscht werden soll. Der Fokus liegt auf Asymmetrien sowie Konstruktionen und Repräsentationen des Eigenen und Anderen, die in transregionalen Verflechtungen beobachtet werden können. Teilprojekte beschäftigen sich mit Entwicklungshilfe, Mission und Religion, Handel und Wirtschaftsbeziehungen sowie Literatur und bildender Kunst.

Zur Vorbereitung des Forschungsvorhabens haben Mitglieder des Nordeuropa-Instituts 2008 bereits vielfältige Aktivitäten im Hinblick auf Forschung, Lehre sowie nationale und internationale Kooperationen entfaltet. Die Abteilung Internationales der Humboldt-Universität hat zwei Reisen von Lill-Ann Körber und Katarina Löbel nach Südafrika und Simbabwe unterstützt, wo sie durch Konferenzteilnahmen, Publikationen und Vorträge Netzwerke mit afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern etablierten. Im Rahmen der letzten Arbeitstagung der deutschsprachigen Skandinavistik an der Universität Amsterdam wurde ein Arbeitskreis zum Thema »Afrika und der Norden« durchgeführt. Eine Gastvorlesung des färöischen Literaturwissenschaftlers und Schriftstellers Jógvan Isaksen im Mai sowie ein Besuch beim Institut für Eskimologie der Universität Kopenhagen während der NI-Exkursion im Juni leiteten die Beschäftigung mit dem postkolonialen Nordatlantik ein. Für das Sommersemester 2010 ist eine Exkursion nach Grönland geplant. Die Verzahnung von Forschung und Lehre stellt ein grundlegendes Prinzip des Projekts dar. Z. B. werden Forschungsergebnisse von Studierenden in einem Sammelband mit dem Titel Doch nicht bei uns! Postkoloniale Studien und Nordeuropa veröffentlicht, die im Zusammenhang mit Methodologiekursen von Lill-Ann Körber und Katarina Löbel entstanden sind.

Außer Katarina Löbel und Lill-Ann Körber sind an The Global North and its Others zur Zeit Stefanie von Schnurbein, Bernd Henningsen, Ralph Tuchtenhagen und Ebbe Volquardsen vom NI sowie die NI-Alumnis Hanna Acke (Universität Münster) und Katharina Pohl (Universität Bielefeld) beteiligt.