Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Institutsveranstaltungen

Kulturwissenschaft. Zum Fachverständnis der Skandinavistik
Vom 17.-19. März 1995 führten Mitarbeiter des kulturwissenschaftlichen Fachteils im Schloß Petzow bei Potsdam ein Kompaktseminar mit internationaler Besetzung durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bemühten sich, anhand theoretisch-methodologischer Referate sowie von Berichten aus der kulturwissenschaftlichen universitären Praxis um eine Verständigung über den Begriff der Kulturwissenschaft und erörterten mögliche Ausrichtungen von Forschung und Lehre. Der akute Bedarf für einen solchen Austausch spiegelte sich nicht zuletzt in den lebhaften Diskussionen wider.

 

Die Norderweiterung der Europäischen Union - neue Impulse für die europäische Sozial- und Arbeitsmarktpolitik?
Ausgehend von einer Initiative der Berliner Arbeits- und Frauensenatorin luden das Nordeuroa-Institut und das Aspen-Institut vom 6.-8. Juni nach Schwanenwerder am Wannsee sowie an die Humboldt-Universität. Arbeitsmarkt- und Sozialforscher aus Deutschland und dem Norden diskutierten generelle Linien der Arbeitsmarktpolitk vor dem Hintergrund einer europaweiten Massenarbeitslosigkeit sowie die konkreten politischen Strategien ihrer Bekämpfungs in Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland. Die Sozialministerien Dänemarks und Schwedens waren durch ihre Ministerinnen vertreten.

 

XII. Arbeitstagung der deutschsprachigen Skandinavistik
Auf dieser Tagung, die vom 17.-23. September 1995 in Greifswald stattfand, wurden zwei der vier Arbeitskreise von Mitarbeitern des Nordeuropa-Institutes geleitet

  • AK 1: Mediävistik: Dieser Arbeitskreis unter Leitung von Gert Kreutzer (Köln) und Hartmut Röhn (Berlin) war dem Rahmenthema Geschichtsdenken und Geschichtsbild im nordischen Mittelalter gewidmet. 11 Beiträge (aus Island, Österreich, der Schweiz und Deutschland - darunter drei aus dem Berliner Institut) behandelten generelle Aspekte des Rahmenthemas sowie Fragestellungen zu einzelnen Gattungen und Texten. Die Beiträge lagen dem Arbeitskreis in Form von - meist recht ausführlichen - "Preprints" vor, so daß den Kurzpräsentationen im Arbeitskreis in der Regel eine hinreichend ausführliche Diskussion folgen konnte. Die Veranstalter der Tagung planen, die Beiträge in einem Dokumentationsband zu veröffentlichen, der voraussichtlich 1996 erscheint.
  • AK 4: Kulturwissenschaft: Das Thema des Arbeitskreises lautete Identität(en). Geleitet wurde der Arbeitskreis von Stephan Michael Schröder; 12 Vortragende und ca. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer führten z. T. eine emotional sehr engagierte Diskussion, die trotz aller Befürchtungen nie die gewünschte Kohärenz vermissen ließ. Eine Einführung in den Arbeitskreis und die Beiträge sind ab Mitte 1996 im dann erschienenen Tagungsband dokumentiert.

 

Nordeuropas Zukunft - Integration oder Spaltung?
Am 12. und 13. Oktober veranstaltete das Institut zusammen mit dem Nordischen Ministerrat (Kopenhagen) eine Berliner Konferenz zu Fragen der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zukunft des Nordens nach der Erweiterung der EU - und dem Nichtbeitritt Norwegens. Die Referenten kamen aus allen Ländern des Nordens, die Gäste auch aus der Berliner und Bonner politischen Verwaltung. Der weitere Zusammenhalt Nordeuropas schien allen Beteiligten außer Zweifel zu stehen; es fand aber ebenso die Einsicht Konsens, daß sich in naher Zukunft in Politik und Wirtschaft Erhebliches wird ändern müssen, um die anstehenden Integrationsprobleme zu bewältigen.

 

Skandinavistik i Östeuropa
Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ergaben sich auch für das Wissenschaftsgebiet Skandinavistik völlig neue Perspektiven der Zusammenarbeit. Auch das Nordeuropa-Institut will zur Fachintegration der osteuropäischen Skandinavistik beitragen und der Rolle als Mittler zwischen Ost- und Nordeuropa gerecht werden. Nicht zuletzt deshalb wurde vom 6.-10. Dezember 1995 dieses internationale studentisches Kolloquium (in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin) veranstaltet. Gäste waren etwa 30 Studierende und 10 Lehrende aus Blagoevgrad, Bratislava, Brno, Budapest, Gdansk, Kraków, Moskau, Poznan, Prag, Riga, Sofia, Sankt-Peterburg, Tartu, Vilnius und Zagreb sowie von der Partneruniversität Stockholm und dem Nordischen Institut der Universität Greifswald. Das Vortragsangebot umfaßte alle Fachteile: Ältere und Neuere Literaturen, Kulturwissenschaft sowie Sprachwissenschaft. Neben dem wissenschaftlichen Programm bot die Tagung ausreichend Gelegenheit zu informellen Gesprächen über Ausbildungsgänge, Forschungsvorhaben und Formen künftiger Zusammenarbeit. - Ermöglicht wurde das Kolloquium dank der freundlichen Unterstützung des Schwedischen Institutes Stockholm, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Dänischen Botschaft in Bonn sowie der BVG.