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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Wissenschaftliche Projekte

 
 
 

Pite Saami Documentation Project (PSDP):
Linguistische Dokumentation der bedrohten pitesaamischen Sprache

Ziel des Projektes ist die linguistische Dokumentation des Pitesaamischen, einer bedrohten saamischen Sprache, die noch von ca. 25 meist älteren Saami in Schweden gesprochen wird. Dazu werden Sprachaufnahmen an verschiedenen Orten im pitesaamischen Gebiet im schwedischen Norrbotten durchgeführt. Die Aufnahmen werden transkribiert und mit Übersetzungen sowie weiteren Annotationen versehen und in Archiven in London, Umeå, Arjeplog und Jokkmokk archiviert. Eine genauere Beschreibung und weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Projektes:

http://www2.hu-berlin.de/psdp/

Das Projekt wird durch das Hans Rausing Endangered Languages Project an der School for Oriental and African Studies der University of London finanziell gefördert; die Förderung umfasst ein Doktorandenstipendium für den Projektkoordinator Joshua Wilbur und die Kosten für Feldforschung. Im Juli 2009 wurde die Finanzierung für das Projekt um ein weiteres Jahr bis Ende Mai 2011 verlängert.

Ende März 2009 fuhr Joshua Wilbur zum zweiten Feldforschungsaufenthalt für sechs Monate nach Arjeplog, Schweden, um weitere Video- und Audioaufnahmen zu machen und diese zu übersetzen und zu annotieren. Diese Aufnachmen werden archiviert und bilden eine erweiterte Grundlage für Joshua Wilburs Promotionsvorhaben zu morphophonologischen Alternationen im Pitesaamischen. Die Sprachaufnahmen bestehen u. a. aus Konversationen, Beschreibungen von alten saamischen Gebrauchsgegenständen, vom Rentierschlachten, vom Alltag der sesshaften Saami und Elizitationen grammatischer Strukturen. Im Juli wurde die erste Aufnahme mit vollständigen Übersetzungen und Annotationen im Endangered Language Archive (ELAR) eingereicht und archiviert. Diese und weitere Aufnahmen werden voraussichtlich 2010 im Internet erstmals für die Öffentlichkeit bereit gestellt.

Während des zweiten Feldforschungsaufenthalts in Schweden wurde intensiv mit verschiedenen interessierten Personen, Projekten und Instituten zusammengerabeitet. Bereits im Dezember 2009 nahm Joshua Wilbur an einem Workshop über die computer-basierte Analyse von schriftlichen saamischen Sprachdaten am Institut für Sprachtechnologie (Sámi Giellatekno) an der Universität Tromsø in Norwegen teil. Erste Treffen zur Archivierung von Projektaufnahmen fanden mit Mitarbeitern des Silvermuseums in Arjeplog und des Ájjte-Museums (Svenska same- och fjällmuseet) in Jokkmokk statt. In Arjeplog arbeitete Joshua Wilbur eng mit den Mitgliedern eines Wortlistenprojekts zusammen, das vom örtlichen Saami-Verein durchgeführt wird, und traf sich in diesem Rahmen mit Pitesaami von der norwegischen Seite. Von Mitte Juni bis Mitte August war Finno-Ugristin Riitta Valijärvi vom University College London zu einem Forschungsbesuch in Arjeplog und erstellte zusammen mit Joshua Wilbur eine erste Beschreibung der aktuellen soziolinguistischen Situation der Pitesaami.