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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Wissenschaftliche Projekte

Kola-Sámi Documentation Project (KSDP): Linguistic and ethnographic documentation of the endangered Kola-Sámi languages

Das Projekt widmet sich der linguistischen Dokumentation der bedrohten saamischen Sprachen in Russland und wird im Rahmen des DoBeS-Rogramms (Dokumentation bedrohter Sprachen) der VolkswagenStiftung finanziert. An verschiedenen Orten auf der Kolahalbinsel werden Sprachaufnahmen durchgeführt. Diese werden später transkribiert und mit Übersetzungen sowie weiteren Annotationen versehen. Die Sprachdaten werden zusammen mit den Annotationen im DoBeS-Archiv in Nijmegen aufbewahrt und stehen Forschern sowie der Sprachgemeinschaft zur Verfügung. Eine ausführliche Beschreibung des Projekts ist zu finden unter: http://www2.hu-berlin.de/ksdp/

Ursprünglich auf drei Jahre angelegt, wurde die Finanzierung des Projekts durch die VolkswagenStiftung bis Juli 2010 verlängert. Die Aufgaben im Verlängerungszeitraum konzentrieren sich auf die Komplettierung von Annotationen und Metadaten zu bereits vorhandenen Sprachaufnahmen. Mit der linguistischen Annotation ist seit August 2009 die wissenschaftliche Mitarbeiterin Kristina Kotcheva betraut. Außerdem arbeitet Anja Behnke als studentische Mitarbeiterin im Projekt.
Im März absolvierte Michael Rießler gemeinsam mit Rogier Blokland (Universität Hamburg) einen Feldforschungsaufenthalt in Krasnoščel’e. Ziel war es, die Situation der im Dorf ansässigen Saami sowie den Sprachkontakt zwischen Saami und Komi zu untersuchen. An der Feldforschung nahm auch die Praktikantin Elena Karvovskaya (Universität Potsdam) teil. Bei einem weiteren Aufenthalt im August konnte Michael Rießler kildin- und tersaamische grammatische Paradigmen elizitieren. Eine weitere Feldforschung mit dem Ziel grammatischer Elizitierung wurde von der Praktikantin Evgenya Zhivotova (Universität Leipzig) im Oktober durchgeführt.
KSDP half bei der Realisierung eines Projektes Language memory des norwegi-schen Künstlers Espen Sommar Heide (http://www.languagememory.org/). Die Installation, ein skoltsaamisches sprechendes Wörterbuch mit Übersetzungen ins Norwegische, Deutsche, Englische, Finnische, Russische und Kildinsaamische, wird im Frühling 2010 zur Eröffnung des Ostsamischen Museums in Neiden (Norwegen) präsentiert. Die Kooperation zwischen KSDP, PSDP und Giellatekno (Universitetet i Tromsø) wird fortgesetzt. KSDP und PSDP wurden außerdem als Gruppenmitglied in SaamiDocNet (Saami Documentation and Revitalization Network) aufgenommen (http://saamidocnet.uit.no/). Im Rahmen des Poga-Netzwerks war Michael Rießler Mitorganisator zweier Symposien.