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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Henrik-Steffens-Vorlesungen im Sommersemester 2014

 

 

Die Vorlesungsreihe, in der skandinavische WissenschaftlerInnen und Personen des öffentlichen Lebens aus ihrem Fachgebiet berichten, wird von der norwegischen Regierung finanziert. Jeden Dienstag können nicht nur Studierende und Mitglieder des Instituts, sondern auch eine interessierte Öffentlichkeit die Vorträge ohne vorherige Anmeldung besuchen.

Seit 1. April 2011 ist Kjetil Jakobsen Inhaber der Henrik-Steffens-Gastprofessur.

 

Die Vorlesungen werden auch auf Plakaten und über E-Mail angekündigt. Um im E-Mail-Verteiler aufgenommen zu werden, bitte eine Email an folgende Adresssen schicken:

Lena Kainz lena.kainz@student.hu-berlin.de
oder  
Kjetil Jakobsen kjetil.jakobsenrz.hu-berlin.de
   

Die Veranstaltungen finden, falls nicht anders angekündigt, am Nordeuropa-Institut, Dorotheenstr. 24, 10117 Berlin, Haus 1, 1. Etage, Raum 1.103 jeweils dienstags von 18-20 Uhr statt.

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Dienstag,
15.04.2014

 

John David Nielsen

Norwegischer Maler und Schriftsteller (geb. 1938) mit einer kleinen, aber gerühmten Produktion

 

Der Arzt auf der ”Fram”. Henrik Greve Blessings Tagebücher und Briefe. Redigiert von John David Nielsen

 

Henrik Greve Blessing (1866–1916) war Schiffsarzt an Bord der „Fram“ auf der Expedition von 1893 bis 1896, die Fridtjof Nansen leitete. Blessing lebte ein ungewöhnliches, spannendes und teils tragisches Leben. Während großer Abschnitte dieses Lebens schrieb er Tagebücher, auch während der „Fram“-Fahrt. Blessings Schilderungen geben einen ungeschminkten, unverhüllten und gut geschriebenen Einblick in eine der berühmtesten Polarexpeditionen. John David Nielsen erbte Belssings Archiv und veröffentlichte voriges Jahr seine Tagebücher und Teile seiner Korrespondenz in Buchform.

 

Der Vortrag wird auf Norwegisch gehalten.

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Dienstag,
29.04.2014

 

Kristin Bliksrud Aavitsland

Kunsthistorikerin und Professorin mit Schwerpunkt Mittelalter an der Universität Oslo

 

”Die Vergangenheit ist uns viel näher als wir ahnen”. Über den Reichsantiquar Harry Fett, das Verständnis von Geschichte und Psychoanalyse in der norwegischen Öffentlichkeit der Zwischenkriegszeit
 

Harry Fett (1875–1962) war eine herausragende Gestalt im norwegischen Kultur und Gesellschaftsleben der Zwischenkriegszeit. Er war Norwegens erste Reichsantiquar und baute als solcher ein professionelles Kulturerbe in Norwegen von Grund auf auf. Zudem war er Kunsthistoriker, Industrieller, Gesellschaftskritiker und Verfasser von ca. 30 kulturhistorischen Büchern. Während des Kulturkampfes der Zwischenkriegszeit stand er für eine wertkonservative Richtung, die sich skeptisch gegenüber dem Kulturradikalismus und Marxismus, aber auch gegen den anbrechenden Faschismus aussrpach. Gegenüber der Erklärungskraft der Psychoanalyse war er kritisch eingestellt, wenn es darum ging, den menschlichen Geist zu beschreiben, und er nahm Abstand von den Rassentheorien als Verständnismodelle für Kultur und Gesellschaft. Als Alternativen zu beiden Teilen formulierte er ein historischesVerständnismodell, dem er selbst den Namen ”Psychoarchäologie” gab. 
 
Kristin Bliksrud Aavitsland bringt dieses Jahr die Biographie ”Harry Fett. Geschichte währt am Längsten” im Pax-Verlag in Oslo heraus. 
 
Der Vortrag wird auf Norwegisch gehalten. 
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Dienstag,
06.05.2014

 

Terje Tvedt

Professor für Geographie an der Universität Bergen

 

Wasser: Eine Reise in die Zukunft

 

Die Zukunft des Wassers ist die Zukunft der Menschheit. Leben wir in einem Jahrhundert der Dürren oder der Überflutungen? Oder beides? Der Zugriff auf Wasser wird einen großen Einfluss haben auf die globalen Kräfteverhältnisse, die Umwelt und das Gleichgewicht zwischen Arm und Reich. Wasser wird über Krieg oder Frieden entscheiden und die Entwicklung der Länder und Kontinente bestimmen. Anders als andere Rohstoffe entzieht sich das Wasser der totalen Kontrolle. In diesem Vortrag sucht  Terje Tvedt Antworten auf diese Fragen in Ländern auf allen Kontinenten.  Er folgt dem Lauf der großen Flüsse, besucht gigantische Wasserbauprojekte wie das MOSE-Projekt in Venedig, den Drei-Schluchten-Staudamm in China und den größten unterirdischen Ozean.

 

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten. 

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Dienstag,
13.05.2014

 

Nils Magne Knutsen

Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Tromsø.

 

Vom Reich der Dunkelheit zum Land der Mitternachtssonne. Eine Geschichte darüber, wie der Norden Norwegens schön wurde
 
Zu Zeiten der Wikinger war Nordnorwegen sowohl politisch als auch ökonomisch ein wichtier Teil Norwegens, aber der Teil des Landes hatte auch auch einen Hauch von Magie, der besonders – aber nicht ausschließlich – mit der samischen Bevölkerung in Verbindung stand. Im Laufe des 14. Jahrhunderts verlor Nordnorwegen an politischer Bedeutung und verfiel in Dunkelheit und Armut. Allmählich entstand ein Bild von diesem Teil des Landes als primitiv und zurückgeblieben und die Landschaft wurde als unschön, furchterregend und hässlich beschrieben.
 
Dieses Bild der nordnorwegischen Natur bestand bis ca. 1850 weiter, aber dann kamen neue Zeichen dafür auf, die behaupten, die Landschaft sei schön. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um deutsche und englische Reisende, die dies behaupten,  und im Laufe der 1870er Jahre ereignete sich auch in der norwegischen Literatur ein vollständiger Paradigmenwechsel: der hässliche und unschöne Norden Norwegens wird plötzlich schön, sogar schöner als die gesamte andere europäische Natur.
 
In seinem Vortrag will Prof. Em. Nils Magne Knutsen von der Universität Tromsø auf einige der Quellen eingehen, die diesen auffälligen und beispielslosen Paradigmenwechsel zeigen, und zudem argumentieren, dass das alte, negative Bild der nordnorwegischen Natur auch dazu beitrug, ein negatives Bild der dortigen Einwohner zu schaffen, ein Bild, das immernoch in Teilen der norwegischen Medien fortbesteht.
 
Der Vortrag wird auf Norwegisch gehalten. 
 
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Dienstag,
20.05.2014

 

Guri Hjeltnes

Historikerin und Leiterin des Zentrums Studien zum Holocaust und zu religiösen Minderheiten in Oslo.

 

200 Jahre mit dem Paragraphen 2 des Grundgesetzes

 

In diesem Jahr feiert Norwegen das 200. Jubiläum seiner Verfassung. Hinsichtlich eines Paragraphen, nämlich §2, gibt es wenig zu feiern, da er Juden und Jesuiten aus dem Reich ausschloss. Was bedeutete der Paragraph für Juden in Norwegen und für Norwegens Minderheiten im Allgemeinen? Wie konnte er im Jahr 1942 wiedereingeführt werden? Guri Hjeltnes verfolgt einige lange Geschichtslinien hin bis zur Antisemitismus-Untersuchung im Jahr 2012.

 

Der Vortrag wird auf Norwegisch gehalten.

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Dienstag,
27.05.2014

 

Erik Rudeng

Vorsitzender der norwegischen Stiftung Fritt Ord
 

Hans Magnus Enzensberger revisited. Ein Rückblick auf das klassische Reportagebuch aus dem Jahr 1984: Norsk utakt/Norwegische Anachronismen

 

Enzensbergers “Schnappschuss” trifft Norwegen zum Beginn des Ölzeitalters und der großen Einwanderungswelle. Er selbst lebte während der 1950er und 1960er Jahre sieben Jahre lang im Land und sprach ausgezeichnetes Norwegisch. Enzensberger hatte einen ungewöhnlichen Blick für die burlesken Kontraste zwischen dem Alten und dem Neuen in der norwegischen Gesellschaftsentwicklung. Mit dem Buch gelang ein rascher Durchbruch und mit seinen vielen geschmeidigen und paradoxen Formulierungen eignete es sich gut für Zitate, unter anderem durch den Ministerpräsidenten selbst und Gro Harlem Brundtland während ihrer Neujahrsansprache. Aber was ist Enzensbergers Persektive auf Norwegen eigentlich? Was unterscheidet das Buch von der ihm entsprechenden Reportage “Schwedischer herbst”? Und gab es etwas, das er nicht mitbekam während dieses Sonnensommers vor 30 Jahren?

Erik Rudeng ist Leiter der Stiftung “Fritt Ord” in Oslo. Zuvor war er Leiter des Norwegischen Volksmuseums und Chefredakteur im Aschehoug-Verlag und im Universitätsverlag, in dem er Hans Magnus Enzensberger dazu einlud, das, was später “Norsk Utakt” werden sollte, zu schreiben, und seine Reportagereise durch das Land zu planen. Rudeng gab unter anderem die Biographien “Sjokoladekongen” (über Freias Johan Throne Holst), “William Nygaard 1865-1952” (über den Erschaffer des Verlagshauses Aschehoug) und “Magisteren” (über den Verleger Mads Wiel Nygaard” heraus.

 

Der Vortrag wird auf Norwegisch gehalten.

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Dienstag,
03.06.2014

 

Ernst Baasland

Norwegischer Bischor und Prof. em. für das Neue Testament an der Universität Oslo. 

 

200 Jahre norwegische Nationalpoetik
 
Der Überblick der norwegischen Nationalpoesie fängt im Jahr 1772 mit Johan Nordahl Brun und seinem Trinklied (!)„ For Norge, Kjempers fødeland“ (Für Norwegen, Land der Riesen) an. Das Lied führt uns direkt zum Jahr 1814 und dem Grundgesetz vom 17. Mai. Im Jahr 1821 - im Zeitalter des blühenden Nationalismus - entstand die offizielle Nationalhymne Norwegens („Sønner av Norge“/Die Söhne Norwegens). Heute wird aber „Ja, vi elsker dette landet“ (Ja, wir lieben dieses Land) von Bjørnstjerne Bjørnson (1859/1870) als Nationalhymne empfunden. 
 
Dieses Lied und eine Menge noch vielfach gesungener Lieder entstanden im Zeitalter des „Skandinavismus“ (1843/1856-1864/1869). Auch die später geschriebenen Nationallieder spiegeln die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Norwegens wider. Neben dieser recht spannenden historischen Entwurzelung wird die aktuelle Fragestellung erläutert: Welche Bedeutung hat „Nationalität“ heute? Die Verunsicherung spürt man überall in Europa und auch in Norwegen (den Fahnen und dem 17. Mai zum Trotz). Können die Nationallieder zu der heutigen Diskussion über norwegische Identität beitragen? 
 
Ernst Baasland (g. 1945) war 20 Jahre Professor für das Neue Testament in Oslo. Er hat auch in Tübingen, Hong Kong, Stellenbosch, Princeton und ein Semester lang in Berlin gelehrt. In seinen elf Jahren als Bischof kamen Veröffentlichungen u.A. auch über Themen der norwegischen Geschichte und Poesie heraus. In diesen Tagen erscheint ein Buch über norwegische Nationalpoesie (mit dem Titel: Norge er større enn vi tror).
 

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten.

 

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Dienstag,
10.06.2014

 

 

Dag Michalsen

Professor für Recht an der Universität Oslo

 

Die norwegische Verfassung von 1814 aus internationaler Sicht 
 
Die norwegische Verfassung von 1814 wurde in einer internationalen Gesellschaft von Krieg und Frieden gemacht. Obwohl diese Verfassung als eine der am meisten nationalen norwegischen Dokumente bezeichnet werden kann, sollte es auch als ein ausgeprägt internationales Dokument verstanden werden. Heute ist es wichtig, eben diese internationalen Dimensionen hervorzuheben.
 
Ohne die geopolitischen Umwälzungen von der französischen Revolution bis zum Wiener Kongress hätte ja die konstitutionelle Veränderung in 1814 in Norwegen nicht stattgefunden. Es gibt eine Reihe interessanter internationaler Aspekte dieser Verfassung zu nennen: Im Jahr 1814 waren rund um die Welt schon über 100 Verfassungen angenommen worden und das norwegische Verfassungsorgan kannte viele von diesen. Das Ende der Napoleonischen Kriege leitete auch neue Tendenzen des internationalen Rechts, die auch für Norwegen bedeutungsvoll waren.
 
Des Weiteren gehörte die norwegische Verfassung zu den radikalen Volkssouveränitätsverfassungen, die nach 1815  in dem neuen europäischen Kongresssystem („Restauration“) fungieren sollte. Schließlich sei zu erwähnen, dass die Idee der Gesetzkodifikation, die gerade im Jahr 1814 in Deutschland ein brisantes Thema wurde, für die Verwirklichung des liberalen Geistes der Norwegischen Verfassung von größter Bedeutung war. 

 

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten.

 

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Dienstag,
17.06.2014

 

Stefan Herheim

Norwegischer Opernregisseur 

 

Alte Kunst unter neuer Regie. Gespräch mit dem Opernregisseur Stefan Herheim

 

Dieses Mal laden wir zu einem Treffen mit einem der weltweit nachgefragtesten Opernregisseure ein. Im Gespräch mit Kjetil Jakobsen möchte Herheim von seinem künstlerischen Schaffen berichten. Als Hintergrund für die Diskussion sehen wir einen DVD-Auszug mit einigen von Herheims Produktionen. Der Regisseur stammt aus Oslo, studierte Opernregie bei Götz Friedrich in Hamburg von 1994 bis 1999 und wohnt seitdem in Berlin. Er hat mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniele Gatti, Mariss Jansons, Antonio Pappano und Sir Simon Rattle zusammengearbeitet und wurde von der internationalen Opernzeitschrift „Opernwelt“ in den Jahren 2007, 2009 und 2010 zum „Regisseur des Jahres“ gekürt. Ein Höhepunkt in Herheims Karriere war die Parzival-Aufführung in Bayreuth von 2008 bis 2012 – eine Produktion, für die er unter anderem den Musikkritikerpreis erhielt. Er unterrichtet an mehreren europäischen Universitäten und Akademien und hat künftige Regieaufträge in Wien, London, Brüssel, Berlin, Kopenhagen, Mailand, Paris, Amsterdam, Oslo und New York. Im Jahr 2013 wurde Herheim mit dem  Anders-Jahres-Kulturpreis ausgezeichnet. 

 

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten und findet im Gespräch mit Erling Sandmo statt. 

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Dienstag,
24.06.2014

 

Rasmus Glenthøj

Postdoc am Geschichtswissenschaftlichen Institut der Syddansk Universitet Odense

 

1814 – Krieg, Niederlage, Freiheit

 

Im Vortrag wird die Geschichte erzählt vom vielleicht größten Aufruhr in der dänischen und norwegischen Geschichte – die Trennung der “Zwillinge”. Der Wegfall Norwegens war bevölkerungsmäßig und territorial gesehen der größte Verlust in der Geschichte des dänischen Staates. Der Vortrag handelt davon, wie es zu dieser katastrophalen Situation im Jahr 1814 nach den napoleonischen Kriegen kam, und wie die Kriegsgeschehnisse alle Seiten der Gesellschaft in dem dänisch-norwegischen Staat beeinflussten. Wir wollen herausfinden, was es bedeutete, dänisch oder norwegisch zu sein vor und nach dem Jahr 1814 – und wie die stets starken Bande über den Skagerrak jeweils beibehalten wurden mit Hilfe der Schaffung einer nationalen Identität in beiden Ländern.

 

Rasmus Glenthøj ist Dozent für Geschichte an der Syddansk Universitet. Dieses Jahr gab er zwei Bücher heraus. Eines über den deutsch-dänischen Krieg im Jahr 1864 (1864 – Sønner af de slagne) und ein anderes über Dänemark und Norwegen während der Napoleonischen Kriege (1814 – Krig, nederlag, frihed) zusammen mit Morten Nordhagen Ottosen.

 

Der Vortrag wird auf Dänisch gehalten.
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Mittwoch,
01.07.2014

 

Stefka G. Eriksen

Postdoc an der Universität Oslo am Institut für Linguistik und Nordeuropa-Studien

 

Von einer Kreuzzugsgeschichte zu einem Abenteuer: über die Übersetzung und die Rezeption der Geschichte von Elye aus dem Altfranzösischen in den altnordischen, soziokulturellen Kontext

 

Der Fokus des Vortrages liegt auf der Übersetzung und der Überlieferung eines altfranzösischen chanson de geste, Elye de Saint Gille, in den altnordischen Kontext. Es ist eine Kreuzzugsgeschichte, die von dem christlichen Ritter Elye und seiner Sarasenk’schen Prinzessin Rosamunde handelt. Der französische Text stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im 13. Jahrhundert in verschiedene Volkssprachen übersetzt, einschließlich der des Altnordischen. Hier will ich drei Manuskriptversionen des Textes analysieren: eine altfranzösische Version aus Flandern, eine norwegische Version und eine isländische Version. Diese Manuskripte repräsentieren drei unterschiedliche rhetorische und kommunikative Rezeptionskontexte und zeigen, wie die Produktion, die Leseweise (lautes Vorlesen vs. stille Lektüre) und die Rezeption dieser drei Versionen von den jeweiligen kulturellen und politischen Gegebenheiten beeinflusst wurden. Ich werde folgende Fragen diskutieren: warum wurde diese Geschichte gelesen und wie wurde sie in Flandern, Norwegen und Island verstanden? Welche Funktion hatte sie in der jeweiligen sozialen und politischen Gegenwart? Der Text zeigt deutlich, dass die altnordische, literarische Kultur ein aktiver Teilnehmer im literarischen System Europas während des Mittelalters war. 

 

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Der Vortrag wird auf Englisch gehalten. 

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Dienstag,
08.07.2014

 

Eivind Røssaak

Forscher an der Norwegischen Nationalbibliothek

 

Nahe dem Leben? Das skandinavische Filmstil: Tableau, Zeit und Struktur
 
Man weiß es, wenn man es sieht, aber was ist es eigentlich, was den skandinavischen Filmstil so bemerkenswert machen? Die besten frühen Filmregisseure entwickelten eine in den Kinos nie dagewesene Meisterhaftigkeit in filmischer Ausdrucksform. Die Filmsprache wäre ohne sie nicht dasselbe. Der Tableau-Stil ist in seinen frühen Schweigepausen bemerkenswert, die langen Szenenaufnahmen und Close-Ups sind oft in Dreyers und Bergmans Filmen außergewöhnlich, und die Versuche mit den Handlungssträngen und offenen Formen dominieren in Løchens and Breiens Filmen. Und Lars von Trier bringt alles das mit sich. Dr. Røssaak bietet in seinem Vortrag einen Einblick in ein Panorama aus 100 Jahren skandinavischer Filmgeschichte mit einem Nebenblick auf den gegenwärtigen skandinavischen Dialog mit deutschem Film.
 
Dr. Eivind Røssaak ist Dozent für Film und neue Medien an der Forschungsabteilung der norwegischen Nationalbibliothek in Oslo. Er war mehrmals Gastprofessor an der Universität in Chicago und Stipendiat an der Universität in New York sowie South Carolina. Zu seinen aktuellen Veröffentlichungen zählen: The Still/Moving Image: Cinema and the Arts (2010) und (als Herausgeber) The Archive in Motion (2010) und Between Stillness and Motion: Film, Photography, Algorithms (2011). 
 
Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.  

 

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Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

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