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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Humboldt-Universität zu Berlin | Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät | Nordeuropa-Institut | STUDIUM | KVV | ss96 | Nordeuropa-Institut: Mediävistische Lehrveranstaltungen im SomSem 1996

Mediävistische Lehrveranstaltungen im SomSem 1996

In der Beschreibung der angebotenen Lehrveranstaltungen werden folgende Abkürzungen verwendet:
  • CO - Kolloquium
  • HS - Hauptseminar
  • UE - Übung
  • EX - Exkursion
  • PS - Proseminar
  • VG - Vorlesung mit Gesprächsanteil
  • GK - Grundkurs
  • SP - Sprachkurs
  • VL - Vorlesung

Die Einordnung und Anerkennung der einzelnen Lehrveranstaltungen im Rahmen der jeweiligen Studienordnung von Freier Universität bzw. Humboldt-Universität ist mit den Lehrenden rechtzeitig abzusprechen.


Einführung in die Skaldendichtung / Hartmut Röhn

VL 07 259 / Di 14-16 / GL 918

Die Vorlesung wird eine Einführung in einen wichtigen und interessanten, aber auch schwer zugänglichen Teilbereich der skandinavischen Dichtung des Mittelalters geben: die sog. Skaldendichtung. Neben einem Überblick über die Geschichte der Gattung und in das Werk wichtiger Dichter werden Erläuterungen zu den spezifisch skaldischen Kunstmitteln ("Kenning" und "Kenningstil", Vers- und Strophenformen, Wortstellung) sowie Fragen der Überlieferung, der politischen und sozialen Funktion der Skaldendichtung im Mittelpunkt stehen.

Da sich die spezifischen ästhetischen Merkmale der Gattung kaum an Übersetzungen erläutern lassen, müssen der Einführung ausgewählte originalsprachige Textbeispiele (freilich mit nebenstehender deutscher Übersetzung) zugrunde gelegt werden; hinreichende Kenntnisse des Altisländischen sind hierfür vonnöten. Nähere Erläuterungen zum Aufbau der Vorlesung, zu Arbeitsweise und Materialien werden in der ersten Stunde gegeben.

Teilnahmevoraussetzung: Kenntnise des Altisländischen.

Zur Einführung: Einen ausgezeichneten Überblick über die Gattung und die Geschichte ihrer Erforschung gibt: Klaus von See: Skaldendichtung. Eine Einführung. München und Zürich, 1980 (Artemis Einführungen).

Die grundlegende Literatur (Ausgaben, Bibliographien, Forschungsberichte, wichtige Sekundärliteratur) ist nachgewiesen in: Gippert-Laursen-Röhn: Studienbibliographie zur Älteren Skandinavistik. Leverkusen, 1991, Kap. XII. B.


Einführung in Arbeitstechniken und Hilfsmittel der Älteren Fachrichtung / Hartmut Röhn

GK 07 260 / Mi 18-20 (14tgl.) / GL 903

Der Grundkurs soll - über die in anderen Kursen der Älteren Fachrichtung bereits vermittelten Kenntnisse hinaus - mit wichtigen Arbeitsweisen des Faches bekanntmachen und in die Benutzung wesentlicher Hilfsmittel (Bibliographien, Textausgaben, Nachschlagewerke, Fachzeitschriften, Handbücher etc.) zu verschiedenen Gattungen und Teilbereichen einführen. Dieses Ziel soll über die Bearbeitung konkreter Aufgabenstellungen wie Bibliographieren, Erarbeitung literaturgeschichtlicher Zusammenhänge, Sachrecherchen, Arbeit mit Textausgaben (von der handschriftlichen Überlieferung zum edierten Text) erreicht werden.

Teilnahmevoraussetzungen und -hinweise: Grundkenntnisse des Altisländischen und mindestens einer neuskandinavischen Sprache (Lesefähigkeit). Der Kurs ist lt. FU–Studienordnung von 1987 nur für Hauptfachstudierende mit dem Studienschwerpunkt in der Älteren Fachrichtung obligatorisch. Er findet nur bei entsprechender Nachfrage statt. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, daß sich Interessierte in die vor Semesterbeginn ausliegende Teilnehmerliste eintragen. - Voraussichtlich ab Wintersemester 1996/97 soll der Kurs durch eine Lehrveranstaltung anderen Typs, nämlich eine Einführungsvorlesung, ersetzt werden.

Lektüre skaldischer Texte / Hartmut Röhn

PS 07 261 / Di 10-12 /GL 903

In diesem Proseminar werden v. a. Texte gelesen und interpretiert, die auch in der Vorlesung behandelt werden. Allerdings können wir uns hier nach Absprache und Interessen einen oder mehrere Schwerpunkte wählen, etwa Texte aus den Bereichen Fürstenpreisdichtung, genealogische Dichtung, christliche Dichtung. Die Texte werden in der Regel zweisprachig (altnordisch/deutsch) zur Verfügung gestellt; hinreichende Kenntnisse des Altisländischen sind jedoch erforderlich, da sich die spezifischen ästhetischen und inhaltlichen Kategorien der Gattung nicht durch Übersetzungen vermitteln lassen.

Einführende Literatur: S. Angaben zur Vorlesung.

Leistungsnachweis: Schriftliche Arbeit.


Frühe skandinavische Geschichtsschreibung / Hartmut Röhn

HS 07 262 / Mi 10-12 /GL 903

Das Seminar wird den Anfängen der mittelalterlichen skandinavischen Geschichtsschreibung nachgehen, d. h. Texte aus dem 12. Jahrhundert und dem frühen 13. Jh. behandeln. Aus dem westnordischen Bereich kommen dafür v. a. Ari Þorgilsson, die Texte aus dem Umkreis des isländischen Klosters Þingeyrar und die sog. "norwegischen Übersichtswerke" (Theodoricus, Historia Norwegiæ, Ágrip) in Betracht, aus dem ostnordischen Umkreis v. a. Ælnoth, die dänische Annalistik und Saxo. Das Interesse gilt hauptsächlich den Darstellungsformen, Fragen des Geschichtsbildes und möglichen Einflüssen kontinentaleuropäischer Vorbilder und Vorstellungen. Eine Corpusabgrenzung und die Auswahl der vorrangig zu bearbeitenden Schwerpunkte werden sich wesentlich an der Größe der Gruppe und den Interessen der Teilnehmenden orientieren, ein Vorschlag für eine mögliche Planung wird in der ersten Sitzung verteilt.

Teilnahmehinweise: Grundkenntnisse des Altisländischen und mindestens einer neuskandinavischen Sprache (Lesefähigkeit). Das Seminar gilt nach FU- wie nach HU-Studienordnung als Hauptseminar der Älteren Fachrichtung/Mediävistik.

Wer bereits vor Beginn des Semesters mit der Arbeit an einem Referat beginnen möchte (empfehlenswert!), kann sich mit mir in einer meiner Sprechstunden in Verbindung setzen.

Leistungsnachweis: Aktive Teilnahme, Referat/Hausarbeit.

Einführende Literatur: Maurice Keen: Mittelalterliche Geschichtsauffassungen. In: Propyläen–Geschichte der Literatur. 2. Bd.: Die mittelalterliche Welt 600-1400. Berlin, 1982, S, 124-142. - Gerd Wolfgang Weber: Intellegere historiam. Typological perspectives of Nordic prehistory (in Snorri, Saxo, Widukind and others). In: Tradition og historieskrivning. Kilderne til Nordens ældste historie. Red. af Kirsten Hastrup [...], Aarhus, 1987 (Acta Jutlandica; LXIII:2).


Einführung in die altisländische Sprache / Hartmut Röhn

SP 07 263 / Mi 14-17 /GL 918

In diesem Kurs soll die Fähigkeit zur Lektüre leichterer altisländischer Prosatexte entwickelt werden. Er wird die dazu erforderlichen grammatischen und sprachhistorischen Kenntnisse vermitteln, aber auch in die Handhabung der wichtigsten Hilfsmittel (Glossare, Wörterbücher, Grammatiken) einführen, um so die selbständige Lektüre von Texten leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrades zu ermöglichen.

Als Übungstexte lesen wir Auszüge aus der Gísla saga Súrssonar, weil für diesen Text ein Wörterverzeichnis zur Verfügung steht, das seinen Grundwortschatz erschließt (s. u.).

Teilnahmehinweise: Für Haupt- und Nebenfachstudierende der Älteren Fachrichtung sowie für Hauptfachstudierende der Neueren Skandinavistik (nach FU-Studienordnung von 1987) ist der Kurs obligatorischer Bestandteil ihres Grundstudiums. Für diesen Teilnehmerkreis schließt er mit einer Klausur ab, für andere Studierende ist über "Aktive Teilnahme" hinaus kein Leistungsnachweis möglich.

Arbeitsgrundlagen im Kurs sind: Hartmut Röhn: Erläuterungen zur Grammatik des Altisländischen. 3. Aufl. Berlin, 1993 (Typoskriptdruck). - F. Ranke; D. Hofmann: Altnordisches Elementarbuch. Berlin, 1967 (u. ö.) [Slg. Göschen] (auch als Ausleihexemplar in der Bibliothek vorhanden). - Auszüge aus der Gísla saga Súrssonar als Übungstexte (werden vervielfältigt zur Verfügung gestellt). - H. Röhn; A. Vollmer; J. Zernack: Grundwortschatz der Gísla saga Súrssonar. Berlin, 1993 (Typoskriptdruck).


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