Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Bernd Henningsen: 21.4.2015

  • Was Henrik-Steffens-Vorlesung
  • Wann 21.04.2015 von 20:00 bis 22:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo DOR 24, Raum 3.134
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Prof. Dr. Bernd Henningsen
Gründungsdirektor des Nordeuropa-Instituts der Humboldt-Universität zu Berlin, Honorarprofessor am Nordeuropa-Institut

Henrik Steffens: Ein norwegisch-dänisch-deutscher Gelehrter, ein europäischer Intellektueller – ein politischer Professor

Henrik Steffens – „Norwegens verwehtes Lorbeerblatt“ – war ganz offensichtlich eine der herausragenden Persönlichkeiten des ausgehenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts, er galt als „größter Stern“ im Kopenhagener intellektuellen Milieu, „der für die Geologie und die Weltseele brannte“; über ihn wurde zu Lebzeiten viel geurteilt, viel getratscht. Er war ein Charismatiker, ein Menschenfischer, der seine Hörer in seinen Bann schlug, der Widerspruch provozierte, selbst widersprüchlich war und der in kaum einer Lebensbeschreibung seiner Zeitgenossen fehlte. Provokant, charmant, apologetisch, verächtlich wird er geschildert, als streitbar aber auch als liebenswürdig – keine Nuance wird ausgelassen. Dieses weite Spektrum betrifft nicht nur die Person und ihr Handeln, auch sein Denken und seine Publikationen – seien es die wissenschaftlichen oder die literarischen – werden mit diesen Ambivalenzen aufgenommen.
Steffens wurde in Kopenhagen, Kiel, Jena, Freiberg und Halle ausgebildet, und lebte schlussendlich 40 Jahre in Deutschland: in Halle, Breslau und Berlin. Sein akademisches und literarisches Netzwerk war deutsch und skandinavisch, in gewisser Weise gar europäisch.

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten.