Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Wissenschaftliche Projekte

 
 
 

 

 

Literatur der Alterität — Alterität der Literatur.
Das Eigene und das Andere in den skandinavischen Literaturen seit 1800

 

Das DGF-Projekt Literatur der Alterität — Alterität der Literatur hat im zweiten Jahr seines Bestehens die Untersu¬chung von Konstruktionen des Fremden und Eigenen in den skandinavischen Literaturen seit 1800 fortgesetzt. Dabei wurde zum einen ein Schwerpunkt auf die thematische Arbeit gelegt, zum anderen aber auf die Vernetzung des Projekts. Die Zusammenarbeit mit dem Freiburger Teil wurde auf den gemeinsamen Arbeitskolloquien, beim Zusammentreffen auf größeren Tagungen sowie im Internet weitergeführt und intensiviert. Im April 2004 trafen wir uns in Freiburg zur Diskussion von „Theorien des Fetisch”, beim Treffen im Juli 2005 in Wilhelmsaue beschäftigten wir uns mit „Strategien der Authentizität” und im Dezember 2005 in Berlin mit „Medialität und Alterität”.

Ein Ergebnis der erfolgreichen internationalen Vernetzung des Projekts stellt die skandinavistische Sektion der Internationalen Vereinigung der Germanisten dar, die im August 2005 in Paris mit dem Thema Alteritätsdiskurse in den skandinavischen Literaturen unter Leitung von Marc Auchet, Klaus Bohnen und András Masát stattfand. Hier wurde das Projekt durch Heiner Anz, Wolfgang Behschnitt, Constanze Gestrich und Andás Masát vertreten.

Ebenso präsent war das Projekt auf der Arbeitstagung der deutschsprachigen Skandinavistik Ende September in Frankfurt mit Vorträgen von Heiner Anz, Christiane Barz, Constanze Gestrich, Thomas Mohnike und Sophie Wennerscheid sowie einem von Thomas Mohnike und Sophie Wennerscheid geleiteten Arbeitskreis zum Thema Leseexzesse, Bildungsprozesse. Theorien und Praxen der literarischen Bildung. (Die Vortragstitel sind der Rubrik „Vorträge” des Jahresberichts zu entnehmen.) Wolfgang Behschnitt hielt darüber hinaus am 13. Januar einen Gastvortrag am Nordeuropa-Institut mit dem Titel „Vi får leva här”. Zur Einwandererliteratur in Schweden, welcher im Rahmen des im WS 2004/05 abgehaltenen Seminars Die Welt im Norden. Postkoloniale Zugänge stattfand.

Weitere am NI angebotene Seminare mit Bezug zum Thema des Projekts waren im Sommersemester 2005 die von Sophie Wennerscheid veranstaltete Übung Wassermänner, Seejungfrauen und die Sehnsucht nach dem Anderen sowie im Wintersemester 2005/06 die Hauptseminare Dänischer Bildungsroman von Christiane Barz und Theatralität, Authentizität und Religion in den Filmen Lars von Triers von Kirsten Wechsel.

Die Repräsentation des Projekts nach außen verläuft auf mehreren Ebenen. Vom 23.-25. Februar 2006 wird die Tagung Faszination des Illegitimen — Alterität in Konstruktionen von Genealogie, Herkunft und Ursprünglichkeit in den skandinavischen Literaturen seit 1800 im Felleshus der Nordischen Botschaften stattfinden, auf der wir die Arbeit des Projekts mit Außenperspektiven konfrontieren wollen. In Vorbereitung ist ebenfalls eine Publikation zum Thema Bildung und Alterität unter der Redaktion von Christiane Barz und Wolfgang Behschnitt. Constanze Gestrich ist am Kooperationsprojekt Kulturelle Differenzierungen von Gesundheit und Krankheit in Wohlfahrtsstaaten beteiligt und bringt dort eine postkoloniale Perspektive ein. Zudem war sie bis April 2005 Mitglied des Kursusnævn der Georg-Brandes-Skole Kopenhagen, mit der das Projekt voraussichtlich im Dezember 2006 einen gemeinsamen Doktorandenkurs abhalten wird. Sophie Wennerscheid ist als assoziierte Wissenschaftlerin am Graduiertenkolleg Geschlecht als Wissenskategorie beteiligt und trägt hier zur Vernetzung des Projekts bei.

In Anschluss an das Projekt wurden folgende Vorträge gehalten:

  • Christiane Barz: Insel-Bildung. Beobachtungen zu einem Motiv in Harald Kiddes „Helten”. 17. ATDS, Frankfurt/Main, 26.-30. September
  • Constanze Gestrich: Exotisches im frühen dänischen Kino. 11. Internationaler Germanistenkongress, Paris, 26. August-3. September
  • Constanze Gestrich: Kamele, Palmen und Sand. Die Topographie des Exotischen um 1900. 17. ATDS, Frankfurt, 26.-30. September
  • Sophie Wennerscheid: Im Spiegel der Schrift. Zum Problem von Selbsterkenntnis und Selbstverkennung im Werk Kierkegaards. Frankfurt, 17. ATDS, 26.-30. September 2005
  • Sophie Wennerscheid: Unglückliches Bewusstsein bei Hegel, Kierkegaard und Judith Butler. Frankfurt, 17. ATDS, 26.-30. September

Teilnehmende: Prof. Dr. Heiner Anz (Freiburg), Dr. Christiane Barz (Berlin), Dr. Wolfgang Behschnitt (Freiburg), Constanze Gestrich (Berlin), Susanne Maerz (Freiburg), Prof. Dr. Andras Masát (Budapest), Hilda Merkl (Budapest), Thomas Mohnike (Freiburg), Anna Sagerer (Berlin), Prof. Dr. Stefanie v. Schnurbein (Berlin), Dr. Kirsten Wechsel (Berlin), Sophie Wennerscheid (Berlin), Andrea Widegreen (Freiburg)

 

Mehr Informationen unter: Literatur der Alterität - Alterität der Literatur