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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Humboldt-Universität zu Berlin | Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät | Nordeuropa-Institut | STUDIUM | KVV | ss99 | Nordeuropa-Institut: Lehrveranstaltungen Kulturwissenschaft SS 1999

Kulturwissenschaft
Lehrveranstaltungen Sommersemester 1999


Skandinavische Intellektuelle des
19. und 20. Jahrhunderts

Thorsten Nybom

VL 07 258

Di 10–12

UL 6, 3086

Die Vorlesung wird in erster Linie eine Auswahl zentraler schwedischer und norwegischer Gesellschaftskritiker und Kulturpersönlichkeiten präsentieren – von Georg Stiernhielm und Olof Rudbeck bis Herbert Tingsten und Stein Rokkan.

Es ist jedoch nicht nur beabsichtigt, eine begrenzte Anzahl Personen zu analysieren, die auf entscheidende Weise das öffentliche kulturelle und gesellschaftliche Leben Skandinaviens beeinflußt und geformt haben, sonden in einem bestimmten Maße auch das eventuelle Aufkommen, die Existenz und die Veränderungen einer spezifisch "skandinavischen" politischen und kulturellen Öffentlichkeit zu diskutieren.


Symbol- und Mythostheorien – praktiziert an skandinavischen Beispielen

Alexandra Bänsch

UE 07 259

Do 12–14

MOS 101

 

 

Die Beschäftigung mit Symbol- und Mythostheorien ermöglicht es auf exemplarische Weise, einen Überblick über den interdisziplinären Ansatz innerhalb der Kulturwissenschaften zu erhalten. Die Fähigkeit, Symbole und Mythen zu schaffen, wird üblicherweise zur Definition des Menschen als ‘kulturellem Tier’ herangezogen und ist Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Diskurse, über deren Spektrum von den Religionswissenschaften über die Philosophie bis zur Psychologie, Etnologie und Literaturwissenschaft in dieser Übung eine Orientierung stattfinden soll. Die behandelten Theorien sollen an skandinavischen Primärtexten reflektiert werden. Insofern "Symbol" und "Mythos" Ausdruck menschlichen ‘Normaldenkens’ sind, dessen Erkenntnisanspruch dem wissenschaftlichen Erklärens nicht (immer) genügt, bietet die Übung Gelegenheit, sich mit der eigenen Praxis der Textanalyse auseinanderzusetzen: Wie realisiere ich Erkenntnis als Resultat eines rationalen Diskurses, und wo verlaufen dessen Grenzen?

Teilnahmehinweise: Die Übung wird für Studierende im Hauptstudium empfohlen, Referatübernahme erwünscht.

Literaturhinweise zur "Einstimmung": Symbol – Symbolbildung – Symbolerziehung. Philosophische und entwicklungspsychologische Grundlagen. St. Ottilein 1990. – Christoph Jamme: Einführung in die Philosophie des Mythos. Darmstadt 1991 (Bd. 2).


Finnlandschwedische Sprache, Geschichte und Kultur (exkursionsbegleitend)

Tomas Milosch/
Reinhold Wulff

UE 07 261

Mi 08–10

MOS 101

 

 

 

Im Zusammenhang mit der Exkursion werden wir in dieser Übung die besonderen historischen, sprachlichen und politischen Verhältnisse des schwedischsprachigen Teils Finnlands behandeln. Dabei konzentrieren wir uns auf die Gebiete Helsinki/ Helsingfors, Turku/Åbo sowie die Ålandinseln.

Die Ur- und Frühgeschichte dieser Gebiete werden wir nur kurz streifen können, einen ersten Schwerpunkt wird die Hansezeit darstellen, daneben werden die Kolonialisationsbemühungen vor allem unter Gustav I. Vasa und Gustav II. Adolf sowie der finnische Einfluß auf die schwedische Verfassungsentwicklung am Ende der Freiheitszeit bis 1809 behandelt. Im Anschluß daran werden Fragen der Konstituierung einer finnisch- bzw. schwedischsprachigen Minderheit im russischen Großfürstentum diskutiert. Für das 20. Jahrhundert stehen Aspekte der politischen Vertretung und sprachlichen Behauptung der schwedischsprachigen Minderheit im Vordergrund. In bezug auf die Sprache werden wir u. a. folgenden Fragen nachgehen: Wie wird die proklamierte Zweisprachigkeit des Landes in die Realität umgesetzt? In welchem Maße können gegenseitige Beeinflussungen der beiden offiziellen Sprachen registriert werden? Welche Spezifika weist das Finnlandschwedische gegenüber "Rikssvenska" auf?

Übergreifend wird der Frage nachgegangen, wie sich das Spannungsfeld zwischen einerseits einer eigenständigen Identitätsfindung der schwedischsprachigen Minderheit, z. B. in ihren politischen und kulturellen Organisationen, sowie andererseits der Identitätsfindung der finnländischen Bevölkerung insgesamt entwickelt.

Teilnahmevoraussetzungen: Schwedischkenntnisse entsprechend SP 3. Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.

Literatur: Finlands historia. 3 Bde. Ekenäs 1993–1996. – Svenska Österbottens historia. 5 Bde. Vasa 1977–1985. – Bagerstam, Erik: Kulturautonomi och icke-territoriell förvaltning bevarar svenskan i Finland. I: Nordisk Tidskrift för vetenskap, konst och industri 68(1992)5, S. 485–497 – Klövekorn, Martin: Die sprachliche Struktur Finnlands 1880–1950. Veränderungen im sprachlichen Charakter der finnlandschwedischen Gebiete und deren bevölkerungs-, wirtschafts- und sozialgeographischen Ursachen. Helsingfors 1960, 365 S. – Loman, Bengt (Hrsg.): De finlandssvenska dialekterna i forskning och funktion. Åbo 1981, 160 S.


Das Skandinavienbild aus fremder Sicht

Kazimierz Musial

UE 07 262

Di 12–14

MOS 104

Der Kurs stützt sich vorwiegend auf englischsprachige Texte, die sich mit den politischen und sozialen Systemen der skandinavischen Staaten auseinandersetzen. Als Grundannahme wird hier davon ausgegangen, daß, wenn man ein fremdes Land in einer anderen Sprache beschreibt, stets ein Bild dieses Landes unter den eigenen Prämissen konstruiert wird. Der Unterschied besteht nicht allein in der Kommunikationssprache und den eigenen Maßstäben, sondern auch in den andersartigen kulturellen Rahmenbedigungen, die das Verständnis beeinflussen. Während des Verfassens reflektiert man also über sein eigenes Land und dessen gesellschaftliche Verhältnisse. Im Kurs werden wir versuchen, die verwendeten "kulturellen Filter" als Stereotypen und Klischees zu identifizieren und zu klassifizieren.

Teilnahmevoraussetzungen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen über gute Kenntnisse der englischen Sprache verfügen, da sowohl der größte Teil der Lektüre als auch z. T. die Unterrichtssprache Englisch sein wird. Die Diskussionen werden in den skandinavischen Sprachen sowie in Englisch und Deutsch geführt. Die Hausarbeiten können wahlweise in einer der genannten Sprachen verfaßt werden.

Basislitteratur: Donald S. Connery: The Scandinavians. New York: Simon and Schuster, 1966. – William L. Shirer: The Challenge of Scandinavia. Boston/Toronto: Little, Brown and Company, 1955. – Marquis Childs: Sweden – the Middle Way. New Haven: Yale UP 1936. – Marquis Childs: Sweden – the Middle Way on Trial. New Haven: Yale UP 1985. – Steven M. Borish: The Land of the Living. Grass Valley: Blue Dolphin Publishing, 1991. – Henry Milner: Sweden – Social Democracy in Practice. Oxford: Oxford UP 1990.

Obs! Bei Redaktionsschluß stand noch nicht fest, ob dieser Kurs wirklich stattfinden wird.


Einführung in die Filmanalyse anhand skandinavischer Beispiele

Patrick Vonderau/
Reinhold Wulff

UE 07 263

Blockveranstaltung/1 Woche

Seit den 1920er Jahren hat die schwedische Filmproduktion das Bild dessen, was hierzulande als ‘skandinavischer Film’ gelten konnte, maßgeblich geprägt. Spielfilme aus den nordischen Ländern wurden oftmals generalisierend als ‘Schwedenfilme’ betrachtet, wobei sich dieser Begriff bis zum Zweiten Weltkrieg vor allem auf besondere künstlerische Qualitäten, in den 50er und 60er Jahren jedoch allmählich nur noch auf Anzüglichkeit und Albernheit bezog – Grund genug, den Blick auf bestimmte auteurs (Stichwort: Ingmar Bergman) zu verengen und die filmindustrielle Massenproduktion auszublenden.

Das Blockseminar versucht vor diesem Rezeptionshintergrund einen diachronen und komparatistischen Zugang zum skandinavischen Film. Anhand von mehreren Filmbeispielen soll mit Hilfe verschiedener Analysemodelle der Frage nachgegangen den, ob es ein spezifisches ‘nordisches’ Kino überhaupt gibt.

Teilnahmevoraussetzungen bzw. -hinweise: Sehr gute Kenntnisse mindestens einer skandinavischen Sprache, da wir die Filmanalysen anhand originalsprachlicher Filme durchführen werden. – Zu Beginn des Semesters findet eine Vorbesprechung statt – Aushänge beachten!

Einführende Literatur: Peter Cowie: Scandinavian Cinema. A Survey of Films and Film-Makers in Denmark, Finland, Iceland, Norway and Sweden. London: Tantivy Press, 1992. – Tytti Soila, Astrid Söderbergh Widding, Gunnar Iversen (Hrsg.): Nordic National Cinemas. London/New York: Routledge, 1998 (= National Cinemas series).

Vorbesprechung: Freitag, 23. April, 15.15 Uhr, MOS 101


Wissenschaftliches Arbeiten: Lesen, Lernen, Schreiben

Reinhold Wulff

UE 07 264

Fr 14–18/14tgl.

MOS 101

In diesem Kurs sollen Probleme der Studienorganisation, die im Propädeutikum, aber auch in den Grundkursen nicht ausreichend behandelt werden können, aufgedeckt, analysiert und möglichst mit Lösungsstraegien angegangen werden. Dazu gehören der Prozeß der täglichen Studienorganisation, das Finden relevanter Literatur, das "richtige" Lesen wissenschaftlicher Texte, die Kunst des Exzerpierens und Analysierens von Aufsätzen und Monographien. Im Vordergrund wird die eigene, praktische Anwendung des Gelesenen stehen: Die Wiedergabe des Angelesenen, die Formulierung eigener Gedanken in schriftlicher und mündlicher Form. Dazu dienen kleinere schriftliche Übungen, deren Resultate wir gemeinsam diskutieren sowie Stehgreifvorträge und mittelfristig vorbereitete Referate.

Teilnahmebedingungen: Der Kurs wendet sich an Studierende, die sich möglichst am Ende des Grundstudiums/am Beginn des Hauptstudiums befinden, aber auch andere InteressentInnen sind willkommen. Aufgrund des besonderen Charakters dieser Übung ist die TeilnehmerInnenzahl beschränkt, ich bitte deshalb um mündliche Anmeldungen bei mir schon zu Ende des Wintersemesters. Der Kurs wird als 14täglicher Blockkurs angeboten, für den ein Wochenendseminar zum Abschluß geplant ist.

Literatur: Rückriem, Georg, Joachim Stary und Norbert Franck: Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. Paderborn 1997. – Schräder-Naef, Regula: Rationeller Lernen lernen. Weinheim 1994. – Bünting, Karl-Dieter: Scheiben im Studium. Berlin 1996. – von Werder, Lutz: Lehrbuch des wissenschaftlichen Schreibens. Berlin 1993.

Vorbesprechung: Freitag, 23. April, 14.00–15.00 Uhr, MOS 101


Texte zur skandinavischen Kultur- und Identitätsgeschichte

Bernd Henningsen

GK 07 265

Mi 14–16

MOS 101

In diesem Kurs sollen Texte repräsentativer Persönlichkeiten aus Politik und Kultur Skandinaviens gelesen werden; Autorinnen und Autoren in ihrer zeitlichen Umgebung verstanden und ihre Bedeutung für die Geistesgeschichte des Nordens herausgearbeitet werden, beispielsweise: Ludvig Holberg, Søren Kierkegaard, N. F. S. Grundtvig, Hans Christian Andersen, Georg Brandes, Henrik Ibsen, August Strindberg, Hjalmar Branting, Aksel Sandemose, Nordal Grieg ...

Teilnahmehinweise: Erwartet werden regelmäßige Teilnahme, intensive Lektüre, aktive Beteiligung und ein Referat, für einen Leistungsnachweis darüber hinaus eine Hausarbeit.


Nordisk demokrati i sammenligning/
Nordische Demokratie im Vergleich

Kazimierz Musial

GK 07 266

Mo 18–20

MOS 101

Kurset skal give deltagerne en generel indsigt i de politiske spilleregler i de nordiske lande. Kursets udgangspunkt bliver statsbygningsmønstre i de pågældende lande med særlig vægt på udviklingen siden det 19. århundrede. De danske, svenske, norske og finske statsbygningstraditioner bliver stillet overfor hinanden og sammenlignet. Vi skal forsøge at afgrænse det fællesnordiske fra det nationale mht. forfatninger, demokrati, retspleje, valgprocedurer, partier, parlamenter, regeringsformer osv. I den sammenhæng skal vi også analysere den politiske kultur og politisk deltagelse. På denne baggrund forsøger vi at give svar på, om det er rimeligt at benytte sig af betegnelsen den nordiske model.

Literaturhinweise: Wolfgang Ismayr (Hrsg.): Die politischen Systeme Westeuropas. Opladen: Leske & Budrich, 1997. – Olof Peterson: Die politischen Systeme Nordeuropas. Baden-Baden: Nomos, 1989. – Anders Linde-Laursen och Jan Olof Nilsson (red.): Nationella identiteter i Norden – ett fullbordat projekt. Nord 1991:26.

Obs! Bei Redaktionsschluß stand noch nicht fest, ob dieser Kurs wirklich stattfinden wird.


Vändpunkter i Nordens historia

Thorsten Nybom

GK 07 267

Do 18–20

MOS 101

Kursen avser att och diskutera de djupgående och omvälvande politiska, kulturella och territoriella förändringar som de nordiska länderna genomgår från 1500-talets nationalstatsgrundande fram till 1990-talets Europaintegration. Därvid kommer icke blott de nationella och internordiska konsekvenserna och återverkningarna att belysas utan även de nordiska ländernas förändrade internationella ställning och roll att problematiseras.


Der "hohe" und der "weite" Norden

Patrick Vonderau/
Reinhold Wulff

GK 07 269

Di 14–16

MOS 101

Zu den nordischen Urvölkern zählen gemäß einer ILO-Konvention von 1989 nicht nur die rund 50.000 in Grönland geborenen Einwohner von Dänemarks ‘nördlichem Landesteil’, sondern auch die Samen in Schweden, Norwegen und Finnland sowie mehr als 26 Völker in Rußlands westlichem und sibirischem Norden. Der Grundkurs gibt eine Einführung in Arbeitsweisen und Hilfsmittel der Landeskunde am Beispiel der skandinavischen Kolonial- und Staatspolitik gegenüber diesen Bevölkerungsgruppen. Gemäß der interdisziplinären Perspektive sollen nicht nur Aspekte der Geschichtsschreibung, sondern in begrenztem Umfang auch Fragen der Politikwissenschaft, Wirtschaft, Soziologie und Ethnologie erörtert werden.

Teilnahmevoraussetzungen: Abgeschlossener Sprachkurs 2 bzw. gleichwertige Sprachkenntnisse.

Leistungsnachweis: Aktive Teilnahme, Abschlußklausur.

Einführende Literatur: Ernest S. Burch: The Eskimos. London/Sydney 1988. – Ditte Bentzon Goldtschmidt: Fra fanger til arbejder. Grønlands historie fra 1900 til i dag. Kopenhagen 1985. – Mads Lidegaard: Grønlands Historie. Kopenhagen 1991. – Sven Tägil (Hrsg.): Ethnicity and Nation Building in the Nordic World. London 1995. – Einhart Lorenz: Samefolket i historien. Oslo 1981.


Berlin: Skandinavische Erfahrung einer Großstadt

Bernd Henningsen

HS 07 270

Di 16–18

MOS 101

Berlin war für den Norden Europas die "nächste" Großstadt, hierher reiste man zu kürzeren und längeren Aufenthalten, hier entstanden ab dem Ende des vorigen Jahrhunderts skandinavische Kolonien – das "Schwarze Ferkel" ist zum Mythos geworden, Friedrichshagen auch. Darüber hinaus hatte Berlin seine Attraktion als Universitätsstadt, zog Generationen von werdenden Ingenieuren und Naturwissenschaftler an. Zahlreiche literarische Werke zeugen von der Attraktion (und Abstoßung) der dynamischsten Großstadt im 19. und frühen 20. Jahrhundert, diese sollen aufgespürt und analysiert werden, das "skandinavische" Berlin transparent werden.

Teilnahmehinweise und -voaussetzungen: Regelmäßige und aktive Teilnahme sowie ein mündliches Referat. Rechtzeitige Vereinbarung eines Referatthemas ist wünschenswert. Für den Erwerb eines Scheines ist zusätzlich eine Hausarbeit erforderlich. – Eine Literaturliste liegt bis Anfang des Semesters vor.


Utbildnings- och forskningspolitik
i 1800- och 1900-tals Sverige

Thorsten Nybom

HS 07 271

Do 14–16

MOS 104

Seminarieserien avser inte bara att ingående analysera de svenska skol- och universitetsreformerna från och med den s. k. "Snillekommittén" av år 1825 samt 1900-talets officiella forskningspolitik. Ambitionen är även att i ett jämförande perspektiv diskutera huruvida det är rimligt och relevant att tala om en specifik svensk utbildningsideologi och universitetskultur under denna historiska epok som karakteriseras av lika omvälvande som snabba samhällsförändringar och som dessutom – i sin senare fas – innefattar en 50-årig period av socialdemokratisk politisk "hegemoni".


Abschlußarbeiten und Neuerscheinungen zur Skandinavistik

Bernd Henningsen

CO 07 272

Mi 18–20

MOS 104

 

Der Kurs steht Studierenden in der Abschlußphase ihres Fachstudiums (Skandinavistik, Sozialwissenschaften, Osteuropastudien o. ä.) offen. Es sollen in erster Linie im Entstehen begriffene Examensarbeiten diskutiert werden. Erwartet wird also die Vorstellung eines eigenen Projektes bzw. die selbständige Auseinandersetzung mit neuester Fachliteratur. Es besteht auch Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, dazu werden Gäste eingeladen.


Die kulturelle Konstruktion von Gemeinschaften: Deutschland und Schweden

Bernd Henningsen

CO 07 273

Di 18–20

MOS 104

Das Kolloquium ist Forum des schwedisch-deutschen kulturwissenschaftlichen Forschungsprojektes und dient der regelmäßigen Kommunikation mit Forschungsstudierenden und Gästen.


Definitionsmacht und Gegenbilder.
Die Konstruktion von 'Stadt': Berlin und Stockholm im Vergleich

Gesine Bär/
Katrin Hecker/
Sophie Wennerscheid

PT 07 319

Fr 16-18

MOS 104

In dem Projekttutorium soll aus soziologischer und aus literaturwissenschaftlicher Perspektive der Frage nachgegangen werden, was Berlin zu 'Berlin' und Stockholm zu 'Stockholm' macht. Wieviele Berlins gibt es? Wer hat Interesse an welchem Stockholm?

Nach einer Untersuchung der jeweiligen wettbewerbsorientierten Repräsentationen von 'Hauptstadt' soll es darum gehen, zeitgenössische Literatur daraufhin zu befragen, inwiefern hier Stadtbilder zum Ausdruck kommen, die in Diskursen des Stadtmarketings möglicherweise verdrängt werden.

Angesichts der allerorten attestierten 'Krise der Erzählbarkeit' wird aber auch zu fragen sein, wie einzelne SchriftstellerInnen auf das erzähltechnische Problem 'Großstadt' reagieren. Haben sich neue ästhetische Techniken entwickelt, um veränderte Großstadterfahrung in Text zu übersetzen?

Konkretes Vorhaben unseres Projektes ist darüber hinaus, Begegnungen mit deutschen und schwedischen Großstadt-SchriftstellerInnen zu ermöglichen. Neben einer Diskussionsrunde zu oben formulierten Problemen planen wir eine Lesereihe mit AutorInnen, deren Werk zuvor behandelt wurde.

Teilnahmehinweise: An dem Projekttutorium können Studierende aller Fächer teilnehmen. Schwedischkenntnisse sind wünschenswert, aber nicht Bedingung. Erwartet wird die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit.

Literaturauswahl: S. Arnold/U. Janetzki (Hrsg.): Berlin zum Beispiel. 1997. – H. v. Born: Rösten i Stockholm. 1997. – U. P. Hallberg: Flanörens Blick. 1993. – B. Morshäuser: Liebeserklärung an eine häßliche Stadt. Berliner Gefühle. 1998. – K. R. Scherpe: Die Unwirklichkeit der Städte. Großstadtdarstellung zwischen Moderne und Postmoderne. 1988.


Exil in Skandinavien und Nachexil. Zur Wirkungsgeschichte der deutschsprachigen Exulanten 1933–1953 Einhart Lorenz

VL 07 322

Mi 12–14

UL 6, 1072

HS 07 323

Do 16–18

MOS 104

In Vorlesung und Hauptseminar wird ein Überblick über die Geschichte des deutschsprachigen Exils in Nordeuropa sowie über ihre Rezeption und ihre Wirksamkeit in der Nachkriegszeit gegeben. Anhand dieses in der wissenschaftlichen Debatte nicht unumstrittenen Kapitels deutsch-skandinavischer Beziehungen lassen sich hervorragend historische Fragestellungen mit Theorien, Methoden und Ergebnissen der Politik- und Literaturwissenschaft, der Psychologie und der Kunstwissenschaft verknüpfen. Insofern eignet sich dieses Thema sehr gut für die kulturwissenschaftliche Verknüpfung verschiedener Aspekte der Zeitgeschichte untereinander.

Teilnahmevoraussetzungen: Für die Teilnahme an der VL sind Kenntnisse einer skandinavischen Sprache nicht notwendig, im HS sind diese sehr erwünscht. Die Teilnahme am HS setzt den Besuch der VL voraus.

Literaturhinweis: Lorenz, Einhart; Misgeld, Klaus; Müssener, Helmut; Petersen, Hans Uwe (Hrsg.): Ein sehr trübes Kapitel? Hitler-Flüchtlinge in Skandinavien. 1998.

*Der Historiker Einhart Lorenz übernimmt ab dem Sommersemester die norwegische Henrik-Steffens-Professur am Nordeuropa-Institut. Er ist Professor für westeuropäische Geschichte an der Universität Oslo und war davor stellvertretender Direktor des Archivs der Arbeiterbewegung Oslo. U. a. ist Einhart Lorenz Herausgeber der Exilschriften Willy Brandts.


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