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HABEN oder nicht HABEN – Ergebnisse einer diachronen Untersuchung zur Entwicklung des Isländischen

Susanne Schuster (Universität Bremen)
  • Was Gastvortrag Öffentliche Veranstaltung
  • Wann 24.01.2019 von 16:00 bis 18:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Raum 3.314 (Dor24, Haus 3, im 3. OG)
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HABEN oder nicht HABEN – Ergebnisse einer diachronen Untersuchung zur Entwicklung des Isländischen

Susanne Schuster
(Universität Bremen)
Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten.
20181128 gast island
Das moderne Isländische verwendet unterschiedliche morphosyntaktische Konstruktionen für unterschiedliche Arten von possessiven Relationen. Dies gilt sowohl für die prädikative als auch für die attributive Possession. Da diese Differenzierung weitgehend durch die Semantik des “Besitzes” bestimmt ist, kann man von einem Alienabilitätssplit im isländischen Possessionssystem sprechen (Stolz et al. 2008). Hierbei werden Relationen zwischen der besitzenden Person und Entitäten, die nicht von ihr getrennt werden können (wie Körperteile oder Verwandte) mit anderen sprachlichen Mitteln realisiert als weniger fest etablierte Relationen zum Beispiel zu konkreten und veräußerbaren Objekten (munnurinn á mér versus systir mín versus bókin mín).
Interessanterweise ist diese formale Unterscheidung in älteren sprachlichen Dokumenten kaum zu beobachten, was den Schluss nahe legt, dass es sich bei der Differenzierung um das Ergebnis einer relativ modernen Entwicklung handeln muss.
Das diachrone Icelandic Parsed Historical Corpus (IcePaHC) eröffnete die Möglichkeit, diese Entwicklung im Rahmen meiner Dissertation Schritt für Schritt nachzuverfolgen. Der Vortrag wird die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung in Auszügen darstellen.