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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Wissenschaftliche Projekte

 
 

Bernd Henningsen/Bo Stråth u. a.:
Den kulturella konstruktionen av gemenskaper i moderniseringsprocessen: Sverige och Tyskland i jämförelse – Die kulturelle Konstruktion von Gemeinschaften im Modernisierungsprozess: Schweden und Deutschland

Mit der Abschlusskonferenz, die vom 6.–9. Juli 2000 in Potsdam stattfand, lief das Forschungsprojekt aus. Mit der Konferenz wurde ein letztes Mal erfolgreich das Konzept des Projektes, nämlich kulturwissenschaftliche Forschung transnational und transdisziplinär zu praktizieren, umgesetzt. Etwa dreißig Teilnehmer fanden sich zur Diskussion der Ergebnisse von mehr als viereinhalb Jahren Forschungsarbeit ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen die Präsentation der Berliner Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen, in denen Schwerpunkte aus deren Arbeit in Relation zum Gesamtprojekt zur Diskussion gestellt wurden. Für einen lebhaften Dialog mit der scientific community sorgten die jeweils auf einen Berliner Programmpunkt bezogenen, kritisch-kommentierenden Diskussionsbeiträge der eigens zu diesem Zweck eingeladenen Gäste. Nähere Informationen zum Verlauf und zu Teilnehmern der Abschlusskonferenz sind auf der Homepage des Projekts zu finden:

www2.hu-berlin.de/gemenskap/inhalt/start_deutsch.html

Die Fragestellung des Projektes beschäftigte sich mit der identitätsstiftenden Funktion von Sprache und Symbolen im interkulturellen Vergleich. Die Erklärbarkeit sozialer Modernisierung wurde als abhängig von der Durchbrechung begrifflicher Dichotomien betrachtet, die die klassischen heuristischen Modelle system(at)ischen Zuschnitts prägen. Ausgehend von der Thematisierung von Krisenerfahrungen wurden komparativ soziale Veränderungen in Schweden und Deutschland untersucht, wobei der Untersuchungsraum sich von der Romantik als Mythos der Moderne bis zur Problematisierung des wohlfahrtsstaatlichen Modells erstreckte.

Im Resultat des Forschungsprojektes, das über die gesamte Laufzeit hinweg von Workshops und Konferenzen begleitet wurde (nachzulesen in den Jahresberichten der vergangenen Jahre), entstand in Form von Arbeitspapieren, Konferenzbänden und Monographien eine Reihe von Publikationen, die weiter unten aufgeführt sind.

Im Laufe des Jahres 2001 werden auch die am Projekt beteiligten Alexandra Bänsch, Stephan Muschick, Patrick Vonderau und Henry Werner ihre Dissertationen zur Begutachtung einreichen. Die Veröffentlichung der daraus resultierenden Monographien ist ebenfalls für dieses Jahr zu erwarten. In der Schriftenreihe des Projekts (Arbeitspapiere) sind 21 Hefte erschienen. Sie sind direkt über das Nordeuropa-Institut (Tomas Milosch) zu beziehen. Den Zugang zu einer WWW-Version finden Sie im Internet unter:

www2.hu-berlin.de/gemenskap/inhalt/publikationen.html

Im Rahmen des Projekts sind weiterhin folgende Publikationen erschienen:

  • Bernd Henningsen/Stephan M. Schröder (Hg.): Vom Ende der Humboldt-Kosmen. Konturen einer Kulturwissenschaft. Baden-Baden: Nomos, 1997. ISBN 3-7890-4803-8
  • Øystein Sørensen/Bo Stråth (Hg.): The Cultural Construction of Norden. Oslo: Scandinavian University Press, 1997, ISBN 82-00-37672-9
  • Bernd Henningsen/Claudia Beindorf (Hg.): Gemeinschaft. Eine zivile Imagination. Baden-Baden: Nomos, 1999, ISBN 3-7890-6127-1
  • Bo Stråth/Nina Witoszek (Hg.): The Postmodern Challenge. Perspectives East and West. Amsterdam; Atlanta: Rodopi, 1999, ISBN 90-420-0755-9
  • Bo Stråth (Hg.): Myth and Memory in the Construction of Community. Historical Patterns in Europa and Beyond. Brüssel/Berlin u. a.: Lang, 2000, ISBN 90-5201-910-X
  • Bo Stråth (Hg.): Europe and the Other and Europe as the Other. Brüssel/Berlin u. a.: Lang, 2000, ISBN 90-5201-913-4
  • Bo Stråth und James Kaye (Hg.): Enlightenment and Genocide, the Contradictions of Modernity. Brüssel/Berlin u. a.: Lang, 2000, ISBN 90-5201-919-3
  • Almut Höfert und Armando Salvatore: Between Europe and Islam. Shaping Modernity in a Transcultural Space. Brüssel/Berlin u. a.: Lang, 2000, ISBN 90-5201-935-5

Folgende Bände sind in Vorbereitung:

  • Ursula Geisler: Gesang und nationale Gemeinschaft. Zur kulturellen Konstruktion von schwedischem „folksång“ und deutscher „Nationalhymne“. Baden-Baden: Nomos, 2001
  • Alexandra Bänsch: Die protestantische Romantik in Skandinavien
  • Claudia Beindorf: Terror des Idylls. Die kulturelle Konstruktion von Gemeinschaften im deutschsprachigen Heimatfilm und im schwedischen Landsbygdsfilm
  • Norbert Götz: Ungleiche Geschwister. Die Konstruktion von nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und schwedischem Volksheim
  • Kazimierz Musia¢: Roots of the Scandinavian Model. Image of Progress in the Era of Modernisation
  • Walter Rothholz: Wohlfahrtsskandinavien
  • Stephan Muschick: Für Schweden in der Zeit – und in Europa. Zur diskursiven Konstruktion europäischer Gemeinschaft im Zeitalter des Nationalismus
  • Patrick Vonderau: Bilder vom Norden. Schwedisch-deutsche Filmbeziehungen 1921–1939
  • Henry Werner: Geld und Gemeinschaft. Deutscher Mark-Nationalismus versus schwedischer Geldpragmatismus
  • Politik und Religion. Konferenzband

Über weitere Publikationsvorhaben des Florenzer Projektteils erhalten Sie Auskunft:www.iue.it/rsc/concom/welcome.html

Für den Berliner Teil können Auskünfte per E-Mail eingeholt werden unter: nordeuropa@rz.hu-berlin.de

 

EU-Projekt The Baltic Sea Area Studies: Northern Dimension of Europe (BaltSeaNet)

Die Ostsee-Region, die gerne auch als „Laboratorium der Moderne“ bezeichnet wird, sowie die geographisch weiter gefasste Nördliche Dimension der EU sind in dem neuen EU-finanzierten interdisziplinären Forschungsprojekt das zentrale Thema. Im Rahmen des Forschungsvorhabens im weiteren Sinne sollen die Verbindungen und Beziehungen zwischen den Konzepten der Ostsee-Region und der Nördlichen Dimension Europas analysiert werden. Mit Blick auf diesen politischen Rahmen sollen die Vorbedingungen und Möglichkeiten einer Ausweitung der Zusammenarbeit in der Ostsee-Region evaluiert und der Einfluss, den die EU in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht ausüben kann, analysiert werden. Außerdem werden verschiedene Aspekte der regionalen Integration bearbeitet, wie zum Beispiel die Frage, in welcher Form Nationen mit unterschiedlichen geschichtlichen Erfahrungen, unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Wirklichkeiten und unterschiedlichen Entwürfen nationaler Identität zur Entwicklung der Ostsee-Region beitragen können.

Ziel des Projektes ist es, innerhalb eines interdisziplinären Forschungsnetzwerks den vielschichtigen Charakter der Prozesse zu analysieren, die zur Entwicklung der Ostsee-Region beitragen. In insgesamt drei Themenbereichen – Identität, Institutionen und Transformation – sollen die Bedingungen für die weitere Entwicklung der Ostsee-Region untersucht werden.

Diese Forschungsfelder werden durch einen gemeinsamen, praxisorientierten konstruktivistischen Ansatz verbunden, mit Hilfe dessen mögliche Handlungsalternativen für Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Verwaltung herausgestellt werden sollen. Durch die Analyse kulturell-normativer, politischer und wirtschaftlicher Themen werden die teilnehmenden Partner versuchen, der Komplexität des Untersuchungsgegenstandes gerecht zu werden. So wird z. B. die Arbeit innerhalb einzelner zu bearbeitender Bereiche durch die wissenschaftlichen Teams der anderen Forschungsfelder begleitet. Diese werden schließlich einen gemeinsamen Bericht vorbereiten. Auf diese Weise sind die Wissenschaftler in ein Projekt eingebunden, das seinerseits durch die Erzeugung von Wissen den Integrationsprozess fördert.

In der Praxis bedeutet dies jedoch, dass junge Wissenschaftler im Rahmen des Projektes mehrjährige Forschungsaufenthalte an den Partneruniversitäten verbringen. Die jungen Wissenschaftler können dabei nicht in ihrem Heimatland bleiben, sondern müssen sich an eine der Partneruniversitäten begeben. Damit sollen die Wissenschaftlermobilität und der Erfahrungsaustausch insbesondere zwischen Ost und West gefördert werden. Die jungen Wissenschaftler werden voll in die Strukturen der Gastinstitution integriert und erwerben so neben Sprachkenntnissen auch Kompetenzen für den Umgang mit fremden wissenschaftlichen Milieus.

Mit acht teilnehmenden Universitäten, die durch verschiedene Fächer von Kulturwissenschaften über Politikwissenschaften hin zu Wirtschaftswissenschaften vertreten sind, wurde die einzigartige Chance geschaffen, die Forschungsarbeit zur Ostsee-Region interdisziplinär zu kombinieren und zu bereichern, um auf dieses Weise ein Bildungsprojekt von ganz neuer Qualität zu schaffen. Die Koordination des gesamten Projekts liegt beim Nordeuropa-Institut. Weitere Partner des Projekts sind: Södertörns Högskola in Stockholm (Schweden), Universität Kopenhagen (Dänemark), Universität Vilnius (Litauen), Universität Gdaÿsk (Polen), Universität Helsinki (Finnland), Universität Tartu (Estland) und die Universität Lettlands in Riga (Lettland).

Als Projektadministrator/innen arbeiten Kaarina Williams (Gdaÿsk) sowie Kazimierz Musia¢ (Berlin). Als studentische Hilfskraft arbeitet Annika Schechinger in diesem Projekt.

Telefonische Erreichbarkeit in Berlin: +49-[0]30-20192210. Weitere Informationen:
https://www2.hu-berlin.de/ostseekolleg/virtual/archive_bsn_en.php

 

Menschen, Medien, Metropolen.
Die kulturelle Konstruktion von Fremd- und Selbstbildern in der Ostsee-Region

Seit 1997/1998 sind an der Hochschule Södertörn in Stockholm fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an diesem Projekt beschäftigt: Dr. Christoph Anz, Dr. Heike Graf, Dr. Claudia Beindorf, Dr. Frauke Hillebrecht und Dr. Antje Wischmann. Sie stehen mit einem Viertel ihrer Arbeitszeit für Lehraufgaben an der Hochschule zur Verfügung, bearbeiten ansonsten ein eigenes postgraduales Projekt. Das Gesamtprojekt ist auf vier Jahre angelegt. Es soll der Konstruktionsprozess der Imagination vom jeweils anderen entschlüsselt werden; die Genese von nationalen und regionalen Fremd- und Selbstbildern soll aufgedeckt und ihre Funktion im jeweils nationalen politischen Selbstverständnis analysiert werden. Methodisch, theoretisch und inhaltlich ist das Projekt im Kontext der aktuellen Identitäts- und Mentalitätsforschung zu sehen, die insbesondere in den skandinavischen Ländern seit einigen Jahren betrieben wird. Im Focus des Projektes stehen die (Groß-)Stadt und das (groß)städtische Leben: Welche Vorstellungen sind – medial vermittelt – in der Ostsee-Region von der Stadt im 20. Jahrhundert entschlüsselbar? Was hat sich durch 1989 verändert? Die Rückkehr der Stadt in Osteuropa als Aktions- und Attraktionsraum für Politik und für die Menschen soll analysiert werden, eine (selbstverständliche) Größe dabei ist Berlin.

Das Projekt stellt seine Arbeitsergebnisse innerhalb der Schriftenreihen von Södertörns högskola vor (zu beziehen über: Södertörns högskola, Box 4101, S-14101 Huddinge). 2001 wird eine Anthologie erscheinen, bisher sind herausgekommen:

  • Människor, medier, metropoler. Kulturellt konstruerade främlings- och självbilder i Östersjöregionen. 1998, 31 S. (= Projektbeskrivning 2/1998)
  • Antje Wischmann: Das rechte Maß an Stadt oder Warum Per Anders Fogelström der Literatur misstraute. 1999, 46 S. (= Research report no 2/1999)
  • Menschen, Medien, Metropolen. Arbeitsbegriffe. 68 S. (= Working paper no 1/1999)

 

Genus in den skandinavischen Sprachen: Grammatische und pragmatische Aspekte

Ziel des in Vorbereitung befindlichen Projektes ist es, eine umfassende Darstellung zum Genus in den skandinavischen Sprachen zu schaffen, die es in dieser Form bisher nicht gibt und die wegweisend für weitere grammatische, pragmatische und sprachhistorische Forschungen sein soll. Die modernen skandinavischen Sprachen unterscheiden sich in der Anzahl ihrer Genera, der Genusmerkmale und in dem Verhältnis von Genus und Sexus. Diese Unterschiede werden noch größer, wenn man nicht nur überregionale Sprachnormen, sondern auch lokale, regionale und soziale Sprachvarietäten in Betracht zieht. Forschungsaufgabe des Projektes ist es, diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen, zu analysieren sowie die Entwicklung der skandinavischen Genera vom altskandinavischen Zustand bis heute unter verschiedenen Blickwinkeln systematisch zu verfolgen. Die Herausbildung der Vielfalt der Genussysteme in den skandinavischen Sprachen (Drei-Genera-Systeme, Zwei-Genera-Systeme, Systeme ohne Genus) wird vor dem Hintergrund der parallelen Entwicklung in den anderen germanischen Sprachen und unter Berücksichtigung der historisch-typologischen Daten (besonders Entwicklung des Drei-Genera-Systems in anderen indogermanischen Sprachen) untersucht. Dies erfordert eine sprachvergleichende Perspektive, die sowohl synchrone wie diachrone Ansätze und grammatische wie pragmatische Fragestellungen miteinander vereint. Die Ergebnisse des auf drei Jahre angelegten Projektes sollen am Ende in einem Handbuch zum Genus in den skandinavischen Sprachen zusammengetragen werden.

 

Deutsch-lettisches sozialwissenschaftliches Zentrum in Riga

Das Zentrum in Riga arbeitete im Jahr 2000 in der intendierten Weise (Beschreibung im Jahresbericht 1997): Es wurden eine politikwissenschaftliche Basisbibliothek aufgebaut, Datenbanken angeschafft, ein Lehr- und Leseraum zur Verfügung gestellt und der Unterricht aufgenommen. Berliner Politikwissenschaftler unterrichten zu Themen der internationalen Politik (insbesondere der Ostsee-Region) und zur aktuellen deutschen Politik; im Gegenzug organisiert und finanziert das Zentrum Lehr- und Forschungsreisen lettischer Wissenschaftler und Studierender nach Berlin – hier wurden Themen zur baltischen/lettischen Geschichte und Politik von lettischen Wissenschaftlern angeboten. Zur Zeit wird die Universität Lettlands umstrukturiert. Sollte ein Umzug in neue Gebäude notwendig werden, wird darüber rechtzeitig auf der web-site der BIAB infomiert. Das Projekt lief Ende 2000 aus, ein Antrag bei der Volkswagenstiftung auf Weiterfinanzierung ist bei Redaktionsschluss noch nicht beschieden.

 

BRAGI

Einer der Asen heißt Bragi. Er ist sehr
klug, vor allem aber ist er ein
Sprachkünstler und wortgewandt.

(Snorra-Edda)

Am 9. Juli 2000 erreichte das seit knapp zwei Jahren arbeitende Lehrwerksprojekt BRAGI eine wichtige Zwischenstation: Die Web-Site www.bragi.org wurde vom Bildungsminister Islands, Björn Bjarnason, im Rathaus von Reykjavík in Anwesenheit von Gästen aus Kultur und Politik feierlich eröffnet. Von Seiten der Humboldt-Universität nahmen Soffía Gunnarsdóttir und Andreas Vollmer sowie – auf Einladung des isländischen Botschafters in Deutschland – Bernd Henningsen an der Eröffnung teil; der Besuch diente ebenso zu Konsultationen über den Fortbestand des Isländisch-Lektorates. Die Veranstaltung war gleichzeitig Auftakt der Sommerkurse des Projektpartners Námsflokkar Reykjavíkur (Zentrum für Erwachsenenbildung Reykjavik), in deren Rahmen etwa 380 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 12 Lehrenden in parallelen Kursen vier Wochen lang mit den Lehrmaterialien von BRAGI unterrichtet wurden. Dies war der bisher umfangreichste „Freilandversuch“, der insgesamt als gelungen bezeichnet werden kann. Die aus Unterrichtserfahrungen und Lehrerkonferenzen gewonnenen Verbesserungsvorschläge gehören zum Konzept von BRAGI: Das technisch wie konzeptionell offene System ist auf ständige Anpassung und Ergänzung ausgelegt und versucht, die Kräfte international zu bündeln. Mit dem dritten Projektjahr kommen als weitere offizielle Partner die isländischen Auslandslektoren in Göteborg, Helsinki, London, München und Wien hinzu. Im Jahr 2001 wird sich die Arbeit einerseits darauf konzentrieren, die Materialien weiter zu verbessern und auszubauen, andererseits andere Lehrformen wie Fernunterricht einzubeziehen. Weitere Informationen auf der Website von BRAGI: https://www2.hu-berlin.de/bragi/index_de.htm

 

Berliner Interuniversitäre Arbeitsgruppe Baltische Staaten (BIAB)

In BIAB arbeiten seit dem Frühjahr 1995 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität und der Humboldt-Universität zusammen. Die Gruppe koordiniert Vorhaben in Lehre und Forschung zu den baltischen Ländern und tauscht regelmäßig Erfahrungen aus. Interessierte sind zu den Treffen herzlich eingeladen.

Die Hauptarbeit der Gruppe lag in den vergangenen Jahren beim Aufbau des Sozialwissenschaftlichen Zentrums an der Universität Lettlands in Riga. Das Projekt geht inzwischen in das vierte Jahr. Zur Zeit wird nach wie vor an zwei Projekten gearbeitet: Die inneren Bestimmungsfaktoren der Außenpolitik der baltischen Staaten sowie Die lettische Waffen-SS.

Weitere Informationen: www.polwiss.fu-berlin.de/osi/abs/abl/biab1.htm

Über abgeschlossene Projekte wird in der Reihe BIAB-Berichte, herausgegeben von Manfred Kerner und Heike Graf, berichtet. Bei einigen Studien handelt es sich um universitäre Qualifizierungsarbeiten, die meist Resultat umfangreicher empirischer Vorarbeiten sind. Die BIAB-Berichte stehen auch Kolleginnen und Kollegen außerhalb der Berliner Universitäten für die Veröffentlichung thematisch einschlägiger Texte zur Verfügung. Kontakt über:

Freie Universität Berlin, Arbeitsbereich Baltische Länder
Malteserstr, 74–100, Haus S, 12249 Berlin
e-mail: balticfu@zedat.fu-berlin.de

Humboldt-Universität, Nordeuropa-Institut/Manfred Kerner
Unter den Linden 6, D-10099 Berlin (Tel. +49-[0]30-7792231)

Im Jahr 2000 erschienen folgende BIAB-Berichte (ISSN 1431-0368):

  • Dietrich Genschel: Security for Estonia, Latvia, Lithuania after the NATO-Summit Meeting in Washington (= BIAB-Bericht; 19)
  • Kathrin Weiß: Möglichkeiten grenzüberschreitender und interregionaler Zusammenarbeit im Ostseeraum am Beispiel der auswärtigen Beziehungen im Bezirk Klaipeda/Litauen (= BIAB-Bericht; 20)
  • Heinrich Sturm: Die Lettische Legion – ein Politikum. Zum Inhalt des Diskurses über die lettischen Waffen-SS und Polizeiverbände (= BIAB-Bericht; 21)

 

Forschungsgruppe Nordeuropäische Politik (FOR:N)

Am Freitag, dem 28. Januar 2000, wurde am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität der Verein Forschungsgruppe Nordeuropäische Politik e.V, kurz FOR:N, gegründet. Damit erhält ein bereits seit einigen Jahren unter diesem Namen bestehender informeller Zusammenschluss von Politik- und Wirtschaftswissenschaftlern, Skandinavisten, Historikern und Juristen eine eigene Rechtsform und professionellere Arbeitsstruktur. Zum Vorsitzenden wählten die innerhalb und außerhalb der Universität tätigen Gründungsmitglieder den Politikwissenschaftler Dr. Tom Schumacher. Die Gründung ist eine Reaktion auf die wachsenden Anforderungen, die nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Umzuges der Bundesregierung an einen Berliner Expertenpool mit Nordeuropa-Kompetenz gestellt werden. Von Seiten der deutschen Politik und Wirtschaft, speziell auch von Berliner Unternehmen ist eine verstärkte Hinwendung in Richtung der nord- und nordosteuropäischen Nachbarstaaten zu beobachten. Dadurch steigt der Bedarf an einer vermittelnden Institution, die über fundiertes Wissen und gute Kontakte zu den Ländern rund um die Ostsee verfügt.

Aufgrund ihrer Einbindung in die entsprechenden deutschen und internationalen Netzwerke erfüllt FOR:N diese Voraussetzungen in einzigartiger Weise. So fungierte die Forschungsgruppe bereits im vergangenen Jahr neben anderen Projekten als deutsche Partnerin des Nordischen Rates bei der Vorbereitung und Durchführung einer Tagung anläßlich der Eröffnung der Nordischen Botschaften.

Die Forschungsgruppe Nordeuropäische Politik stellt ihre Kompetenz im Rahmen von Vorträgen, Publikationen und Auftragsstudien zur Verfügung und unterstützt die Konzeption und Durchführung von Konferenzen zu nordeuropäischen Themen. Das Angebot richtet sich an politische Institutionen, Einrichtungen in Bildung und Wissenschaft sowie an Verbände und Unternehmen.

FOR:N trifft sich zu ihrem monatlichen Jour Fixe („Ostseegespräche“), bei dem anhand kurzer Referate aktuelle Themen mit nordeuropäischem Bezug diskutiert werden. Der Expertenpool von FOR:N wird laufend erweitert. Interessierte und Gäste sind willkommen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Vorträge bei den Ostseegesprächen 2000:

  • Carsten Schymik: Island, Liechtenstein, Lahnstein – Der EWR-Konflikt in Norwegen (14. März 2000)
  • Ingrid Radtke: Energiepolitik versus Umweltschutz – Woher rürht der umweltpolitische Protest in Norwegen? (11. April 2000)
  • Krister Hanne/Constanze Schweinsteiger: Regionale Kooperation und Identität – Das Beispiel der nordischen Zusammenarbeit (9. Mai 2000)
  • Stephan Muschick: Schwedische Geschichtspolitik und die Grenzen Europas, oder: Kann man aus Geschichte lernen? (13. Juni 2000)
  • Claudia Matthes: Polnische Präsidentschaftswahlen 2000 – Das Amt des Staatspräsidenten in Verfassung und politischer Praxis (11. Juli 2000)
  • Tom Schumacher/Carsten Schymik: Kommt der Euro nach Dänemark? Eine Prognose zur Volksabstimmung am 28. September 2000 (12. September 2000)
  • Norbert Götz (Greifswald): Zwischen Wasagarbe und Skrewdriver: Der schwedische Rechtsextremismus 1920–2000 (10. Oktober 2000)
  • Aino Bannwart/Stefan Gänzle (Jena): Russische Außenpolitik gegenüber dem Baltikum (14. November 2000)
  • Heidi Bottolfs (Riga): Staatsbürgerschafts- und Sprachenpolitik in Lettland (12. Dezember 2000)

http://www.for-n.de/

 

Projekte in Vorbereitung

Strindberg und seine Medien. 15. Internationaler Strindbergkonferenz

Vom 20. bis 22. September 2001 veranstaltet das Nordeuropa-Institut auf Einladung der International Strindberg Association die 15. Internationale Strindbergkonferenz in Berlin.

Ein Jahrhundert nach Vollendung seines epochemachenden Stückes Ett Drömspel findet die Strindbergkonferenz damit an einem Ort statt, der für August Strindberg eine bedeutende Rolle gespielt hat. Von hier nahm die Verbreitung seiner dramatischen Werke nicht zuletzt durch die Inszenierungen Max Reinhardts ihren Ausgangspunkt. Hier zählte Strindberg zum Bohèmekreis des Schwarzen Ferkels und stellte gemeinsam mit Edvard Munch in der Freien Ausstellung einige seiner Gemälde aus.

In den letzten Jahren galt die Aufmerksamkeit der Forschung verstärkt den medialen Wechselwirkungen in Strindbergs Werk. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit hatte sich Strindberg intensiv mit verschiedenen Medien befasst und war als Maler und Fotograf tätig. Seine Experimente mit der Laterna Magica und dem Fotoapparat, seine Selbstinszenierungen vor der Kamera, aber auch die Ideen zu projizierten Bühnenbildern lassen sich in Beziehung zu seinen literarischen Werken setzen. Auch wenn er vielleicht nicht der Wegbereiter der neuen Kunst in Skandinavien war, zeigt sein Interesse an den neuen Medien seiner Zeit doch den geschärften Blick für die zeitgenössische Avantgarde.

Ein weiteres Forschungsfeld sind Adaptionen von Strindbergs Werken für Film und Fernsehen. Recht früh wird auch das neue Medium des Films auf ihn aufmerksam. 1912 entstehen in Schweden erste Verfilmungen von Fröken Julie und Fadren und einige Jahre später finden die Uraufführungen von drei weiteren Verfilmungen – einer etwa unter der Regie von Ernst Lubitsch mit Asta Nielsen und Harriet Bosse in den Hauptrollen – in Berlin statt. Eine Anzahl neuerer Adaptionen für Film und Fernsehen beweisen, dass Strindbergs Werk auch für ein heutiges Publikum große Faszination ausübt. Weitere Informationen unter:

https://www.ni.hu-berlin.de/de/projekte/strindbergkonferenz/strindberg_html

 

18. Tagung der Skandinavistik-Studierenden, 22.–24. Juni 2001

Auf der 17. Tagung der Skandinavistik-Studierenden (TaSS) in München (Juni 2000) wurde die Berliner Fachschaft mit der Ausrichtung der nächsten Tagung beauftragt. Damit findet die TaSS nach neun Jahren wieder in Berlin statt. Die 18. TaSS soll unter dem Thema Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Skandinavistik stehen. Ein Organisationskomitee arbeitet seit November 2000 an der Vorbereitung. Anfragen, Arbeitskreisanmeldungen u. Ä. können gerichtet werden an: 18.tass@rz.hu-berlin.de

https://www2.hu-berlin.de/skan/projekte/18tagskanstud/