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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

Wahlverwandtschaft - Der Norden und Deutschland

Essays zu einer europäischen Begegnungsgeschichte
 

Die Buchreihe Wahlverwandschaft – der Norden und Deutschland wird herausgegeben von Bernd Henningsen und ist über den Buchhandel oder direkt beim Berliner Wissenschafts-Verlag erhältlich.

Am 24. Oktober 1997 eröffnete die schwedische Königin Silvia im Deutschen Historischen Museum in Berlin, die kulturhistorische Ausstellung Wahlverwandtschaft. Skandinavien und Deutschland 1800 bis 1914; die 1998 im Nationalmuseum in Stockholm (im Rahmen des Programms zu Europäischen Kulturhauptstadt) gezeigt wurde; danach ging die Ausstellung nach Oslo, wo das Norsk Folkemuseum eine bis in die Gegenwart verlängerte Version präsentierte.

Diese Buchreihe schließt sich an die Ausstellung an, mit ihr sollen die im Rahmen des Ereignisses erforschten und dargestellten Themen für ein breiteres Publikum dokumentiert werden. Es verbindet sich damit zugleich die Hoffnung, daß die durch die Ausstellung belegte andere, um nicht zu sagen neue Sicht auf den europäischen Norden und seine Beziehung zu Deutschland weitere Anregung zur Aufarbeitung einer jahrhundertelangen Begegnungsgeschichte gibt.

weitere Informationen

Ausstellung und Buchreihe haben diese vielfältige Begegnungsgeschichte - die Anziehungen, die Kreuzungen und die Treffpunkte, aber auch die Abstoßungen und die Feindschaften - zwischen Deutschland und den drei skandinavischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden zum Gegenstand. Der Begriff 'Wahlverwandtschaft' – zugleich Verpflichtung und Forschungsprogramm - geht zurück auf eine frühe und sehr fruchtbare Begegnung, einen Kulturaustausch, und er markiert ein Distanz zu den völkisch-ideologischen Übergriffen, die in der Vergangenheit auf der deutsch-nordischen Tagesordnung standen und die bis heute ihre Nachwirkungen haben: 1775 legte der schwedische Chemiker Torbern Bergman, der als Begründer der analytischen Chemie gilt, ein Schrift vor, die nicht nur in den Naturwissenschaften Aufmerksamkeit erregen sollte: Disquisitio de attractionibus electivit. Seit Goethe nämlich mit dem 'Kunstwort' Wahlverwandtschaften die von dem Schweden beobachtete Eigenschaft der Anziehung und Abstoßung von Elementen 1809 zum Gegenstand eines Romans machte, hält sich im allgemeinen Sprachgebrauch diese "chemische Gleichnisrede" (Goethe) auch als Bezeichnung für menschliche und für kulturelle Beziehungen.

Die 'Begegnung' zwischen Bergman und Goethe war eine wissenschaftlich-literarische, noch nicht gestört durch die politischen Grenzen des aufziehenden Nationalismus im 19. Jahrhundert. Sie kann in der kulturhistorischen Retrospektive als beispielhaft für das gelten, was mit der Ausstellung gezeigt wurde und was mit dieser Buchreihe weiter bearbeitet werden soll: Die Verbindungen und Begegnungen zwischen und unter den skandinavischen und deutschen Vertretern von Politik, Geist und Kultur.

Der Begriff 'Wahlverwandtschaft' ist aber nicht nur Metapher und hat assoziativen Wiedererkennungswert für die Beschreibung einer Begegnungsgeschichte im 19. Jahrhundert, er verweist zugleich auf die wechselseitige Konstruktion zweier Kulturräume, die es im politisch-nationalen Sinne über die längste Zeit des Jahrhunderts gar nicht gegeben hat: Weder existierte ein Deutschland vor 1871, das die Hoffnungen und Ängste seiner Nachbarn politisch rechtfertigen könnte (danach allerdings sehr wohl erfüllte), noch gab es ein politisches Skandinavien nach 1523 (dem Ende der Kalmarer Union), das alle ideologischen Projektionen vom (nord-)germanischen Arkadien auch nur im entferntesten erfüllte.

Die Idee, die sich hinter dem Wahlverwandtschafts-Begriff verbirgt, markiert eine Abkehr von der Ideologie und den Konstruktionen des 19. Jahrhunderts: Daß Grenzen gezogen worden sind, daß Auseinandersetzungen stattgefunden haben, hat die kulturellen Gemeinsamkeiten verdeckt; die Unterschiede, das Andere, das Fremde stellen sich in den Mittelpunkt der Diskussion - Grenzen und Grenzgänger werden interessant. Daß es aber kulturelle Gemeinsamkeiten, Anziehungen und Treffpunkte waren, die in der historischen Perspektive viel prägender waren, wurde allzu gern übersehen. Was dabei nur am Rande thematisiert werden konnte und werden kann: Diese Begegnungsgeschichte ist nicht eine ausschließlich deutsch-skandinavische, sie ist eine europäische. Allerdings hatten wir thematisiert, daß Blut eine Zeitlang als das Gemeinsame der Kulturen betrachtet wurde - eine belastende Hypothek, die auch in der heutigen Debatte wieder eine Rolle zu spielen scheint.

Die Beteiligung vieler deutscher und skandinavischer Wissenschaftler an der Vorbereitung zur Ausstellung und an der Mitarbeit am Katalog, die Identifizierung einer großen Zahl ungelöster Probleme, die breite Resonanz auf die angestellten Recherchen im Vorfeld, nicht zuletzt aber die Vielzahl der mit der Ausstellung verbundenen Aktivitäten - Symposien, Vortragsreihen, Ausstellungen im Beiprogramm 1997/98 - haben zu der Überzeugung geführt, die vorgelegten Ergebnisse zu sammeln und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

 

Gesamtverzeichnis
Band 9

Bernd Henningsen (Hg.)

Das Projekt Norden.
Essays zur Konstruktion einer europäischen Region.

Alle Beiträge, alle Autoren dieses Bandes verbindet das Nachdenken über das kulturell Gemeinsame über Nation- und Kulturgrenzen hinweg. So versammelt dieser Band aus je unterschiedlicher Perspektive zunächst die Irritationen, dann die Reflexionen über die mentale und damit politische Konstruktion einer europäischen Region - aus historischer, aus disziplinärer und aus differenter regionaler Perspektive: Wo liegen die Wurzeln zu unserem (bildlichen) Verständnis des europäischen Nordens? Warum denken wir uns den Norden so, wie wir ihn uns denken? Was denkt der Norden über sich selbst? Die Autoren eint die Gewissheit, dass "der Norden" ein kultureller Topos ist und dass das Nachdenken über die Konstruktion des Nordens erst begonnen hat.

Aus dem Inhalt:
Statt einer Einleitung: Bilder einer Ausstellung
Bernd Henningsen (Berlin)

Der Norden: eine Erfindung. Das europäische Projekt einer regionalen Identität
Bernd Henningsen (Berlin)

Aspekte des Nordenbegriffes in Deutschland um 1800
Hendriette Kliemann (Berlin/Karlskrona)

Der besondere Charakter der ländlichen Aufklärung des Nordens
Robert Wokler (Exeter)

Die Mitte und der Norden. Eine mitteleuropäische Selbstreflexion
Miroslav Hroch (Prag)

Der Norden des Südens: Von Bildern und Legenden zu Stereotypen und Modellen
Peter Stadius (Helsinki)

Zur kulturellen Identität des Nordens - Mythen und Realitäten
Stig Strömholm (Uppsala)
 

Erscheinungsjahr: 2002 Preis: 15,00 €
ISBN: 3-8305-0082-3 ISBN: 978-3-830500-82-7
Band-Nr.: 9 Umfang: 122 S.
Band 8

Gesine Bär, Katrin Hecker, Sophie Wennerscheid (Hrsg.)

Auf der Suche nach der großen Stadt.
Leit- und Gegenbilder aus Berlin und Stockholm.

Die neunizger Jahre waren in Berlin und in Stockholm Jahre der intensiven stadtpolitischen Imagepflege: Berlin als wieder vereinigte Bundeshauptstadt, Stockholm als europäische Kulturhauptstadt 1998. Die offiziellen Stadtbilder provozieren die Suche nach Gegenbildern, die der vielschichtigen Gesamtstadt Rechnung tragen. Stadterzählungen sollen Grenzen benennen, Heterogenität sichtbar machen, greifen aber auch die touristischen Stadtimages wieder auf. Anders als in den Hochglanzbroschüren geht es weniger um Antwort auf alle Fragen als um neue Perspektiven.

Wenn in Berlin alles neu ist, dann taugen auch die alten Beschreibungen nichts mehr. Mit dem Fall der Mauer sind in West wie Ost Identifikationspunkte weggefallen. Die Stadt wird zur Projektionsfläche für orientierungslos gewordene Städter.

Im "schönen und sauberen" Stockholm überwiegen die sozialkritischen Erzählungen. Ausgrenzung und Möglichkeiten des sozialen Auf- und Abstiegs werden betont, indem man Menschen durch die literarische Stadt folgt, die keinen Platz in der Mehrheitsgesellschaft haben: Die viel diskutierte Krise des schwedischen Wohlfahrtsstaates steht hier zur Debatte.

 

Einleitung
 

Erscheinungsjahr: 2002 Preis: 20,00 €
ISBN: 3-8305-0240-0 ISBN: 978-3-830502-40-1
Band-Nr.: 8 Umfang: 186 S.
Band 6

Ortrud Gutjahr, Bernd Henningsen, Helmut Müssener, Otto Lorenz (Hrsg.)

Attraktion Großstadt um 1900:
Individuum - Gemeinschaft - Masse

Die Entwicklung der künstlerischen Moderne ist untrennbar mit einem Urbanisierungsschub verbunden, der sich in den europäischen Städten ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts deutlich abzeichnete. Motoren dieser Entwicklung waren natürlich vor allem die zentralen europäischen Metropolen London, Paris und Berlin, aber auch in den süd-, ost- und nordeuropäischen Peripherien lassen sich vergleichbare Prozesse ausmachen - der Titel des Bandes versucht diese Entwicklung zusammenzufassen. Schwerpunkte sind: die interkulturellen Beziehungen zwischen Skandinavien und Deutschland, Stadtentwicklungen in europäischen Metropolen und deren Einfluss auf die Herausbildung der künstlerischen Moderne, Gegenbilder und Gegenbewegungen zur modernen Großstadt, urbane Dispositive für die Herausbildung von Verhaltensattitüden und Lebensstilen, sowie für die Etablierung von Künstlerkreisen und Bohèmezirkeln in den Großstädten Skandinaviens und Deutschlands, Großstadtdarstellungen und Stadtkritik in der skandinavischen und deutschsprachigen Literatur, Vermittler und Vermittlerinnen für den Austausch zwischen Skandinavien und Deutschland, wechselseitige Vorbilder in bildender Kunst, Literatur und Literaturkritik, für die Moderne in Skandinavien und im deutschsprachigen Raum.
 

Erscheinungsjahr: 2001 Preis: 35,00 €
ISBN: 3-8305-0072-6 ISBN: 978-3-8305-0072-8
Band-Nr.: 6 Umfang: 296 S.
Band 5

Detlef Brennecke

Die Nietzsche-Bildnisse Edvard Munchs. Vom Missverständnis eines Motivs

Zwei große postume Bildnisse hat der Norweger Edvard Munch nach etlichen Vorstudien 1906 von Friedrich Nietzsche gemalt. Seither gelten sie mal als "ungewöhnlich konventionelle Arbeit", mal als Schwerpunkt von Munchs "gedanklichen und künstlerischen Bemühungen". Ebenso herrscht in der Forschung Uneinigkeit über die Frage, welches der beiden Werke das frühere und das spätere, also das endgültige ist. Ja, in welchem Verhältnis befand sich Munch überhaupt zu dem Dichterphilosophen? Detlef Brennecke hat die Entstehung dieser Portraits, ihre Chronologie und ihre Stellung im Œuvre Edvard Munchs sowie ihre Rezeption untersucht. Mit dem Ergebnis, dass der Künstler in diesen Gemälden so etwas geschaffen hat wie einen Anti-Nietzsche.
 

Erscheinungsjahr: 2001 Preis: 13,00 €
ISBN: 3-8305-0073-4 ISBN: 978-3-8305-0073-5
Band-Nr.: 5 Umfang: 106 S.
Band 4

Bernd Henningsen (Hrsg.)

Kunst zwischen den Kulturen

'Kunst zwischen den Kulturen' - der Titel dieses Bandes ist Frage und Antwort zugleich.
Gefragt wird nach den gegenseitigen Beeinflussungen, denen die deutschen und die skandinavischen Kulturen im 19. Jahrhundert unterworfen waren. Was kommt in diesem Jahrhundert, in dem auch Kunst und Kultur national wurden, als zur Demonstration des spezifischen nationalen Kanons 'Jahrhundertausstellungen' organisiert wurden, was kommt als genuin 'deutsch' oder genuin 'nordisch' über die Ostsee? Was identifizieren die Künstler als das kulturell Eigene oder das kulturell Fremde, und wie reagieren die Rezipienten darauf? Wo sind die Gemeinsamkeiten erkennbar und wo sind sie imaginiert?
Und die Antwort, die der Titel gibt, ist das 'Da-Zwischen', das 'zwischen den Kulturen', dem die Kunst ausgesetzt ist: Kunst und Kultur sind immer eigen und fremd zugleich, auch im 19. Jahrhundert. Die Lehr- und Lernerfahrungen der Künstlerinnen und Künstler kommen aus England, Frankreich, aus deutschen Schulen und Skandinavien, sie wechseln ihre Intensitäten und Vorlieben, sie bleiben aber beständig vielfältig. Die Antwort ist also nie eine eindeutige. Bezogen auf die Regionen Deutschland und Skandinavien im 19. Jahrhundert sollte man darüber hinaus die aktuellen Bezüge und Hinweise nicht scheuen, weil sie künstlerisch und politisch-kulturell verpflichten, denn sie sind europäisch im besten Sinne ihrer Vielfalt. Die skandinavisch-deutsche 'Wahlverwandtschaft', wie sie hier untersucht wird, ist insofern auch im vorigen Jahrhundert - und aller ideologischen Einflüsterungen zum Trotz - eine europäische. (Hier müssen wir das Gewicht auf die gegenseitigen Beeinflussungen zwischen Deutschland und Skandinavien legen.)
Durch die Nationalisierungsprogramme wird die Kultur des 19. Jahrhunderts zunehmend politisiert und ideologisiert. Sie widersetzt sich diesen Programmen zuweilen aber auch massiv - ob erfolgreich oder nicht sei dahingestellt (das Freundschafts-Leiden Hans Christian Andersen am deutsch-preußisch-dänischen Konflikt ist dafür ein beredtes Beispiel). Immerhin aber wird in diesen Auseinandersetzungen nicht so sehr die 'Grenzgängerei' deutlich, als vielmehr eine politische und ideologische Kraft, die der Kultur der Gemeinsamkeit eine wirkliche Stütze verleiht. Die Beiträge dieses Bandes sollen diese Gemeinsamkeiten offen legen - und sie tun es dort am wirkungsvollsten, wo sie die Missverständnisse, das Vergessen, die Ignoranz aufarbeiten: Etwa im Falle von Ellen Key, in der Nachwirkung der Architekturmoden oder in der Spurensuche bei und mit Casper David Friedrich, aber eben auch bei hierzulande weniger bekannten skandinavischen Malern, die ihre Ausbildung in Deutschland erfuhren.
Der Hinweis auf die Künstlerinnen ist in diesem Zusammenhang keine Anpassung an die übliche political correctness: Frauen spielen in der deutsch-skandinavischen 'Wahlverwandtschaft' in der Tat eine herausragende Rolle. Die Parteinahme Henrik Ibsens für die Frauen war noch eine männlich passive, die aber aktive Folgen haben sollte. Rainer Maria Rilkes schwedische 'Wahl-Mutter' Ellen Key wurde über Schweden hinaus durch ihren literarischen Feldzug für Frauen und Kinder zu einer Inspirationsquelle (wenngleich bei den damaligen Frauenrechtlerinnen, erst recht bei den späteren sehr umstritten); Keys Bedeutung hat die Rezeptionsforschung lange Zeit vernachlässigt. Gezeigt werden kann nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutsch-skandinavischen Begegnungsgeschichte des 19. Jahrhunderts; es ist aber immerhin die fruchtbarste Epoche jener als 'Wahlverwandtschaft' titulierten kulturellen Treffen.
Die Reihenfolge der Beiträge richtet sich bewusst nicht nach einer Genre-Einteilung; nicht Musik, Literatur, Architektur und/oder Malerei sind die Ordnungskategorien - zum Ordnungsprinzip wurde allein die ungefähre Chronologie. Insofern es nicht auf die musikalischen, literarischen, architektonischen und/oder gestalterischen Einflüsse bei der kulturellen 'Wahlverwandtschaft' ankommt, sondern es um die kulturelle Begegnung schlechthin geht, sollen die Prinzipien und Strukturen der Einflussnahmen (und gerade die vergessenen!) dargestellt und analysiert werden.
 

Erscheinungsjahr: 2000 Preis: 20,00 €
ISBN: 3-8305-0070-4 ISBN: 978-3-8305-0070-4
Band-Nr.: 4 Umfang: 212 S.
Band 3

Otto Lorenz, Bernd Henningsen (Hrsg.)

Henrik Steffens - Vermittler zwischen Natur und Geist

Henrik Wergeland, einer der geistigen Gründerväter des selbständigen Norwegens, bezeichnete Henrik Steffens als "Norwegens fortgewehtes Lorbeerblatt": 1773 in Stavanger geboren, studierte Steffens Geologie und Mineralogie in Kopenhagen Kiel, ging 1798 nach Deutschland und lernte dort alle Repräsentanten des deutschen Geisteslebens persönlich kennen, er hatte engen Kontakt u.a. mit Schelling, Goethe, Schiller, Novalis, Tieck und Schleiermacher. Durch seine berühmt gewordene Vorlesung 1802 in Kopenhagen vermittelte er das Ideengut der deutschen Frühromantik und der romantischen Naturphilosophie nach Skandinavien. Er wurde Professor für Naturwissenschaft, Philosophie der Natur seit 1804 in Halle, danach ab 1811 in Breslau und schließlich von 1832 bis zu seinem Tod 1845 in Berlin.
Steffens Schriften werfen neues Licht auf das Verhältnis von Natur- und Geisteswissenschaft, die Wechselbeziehungen von Theologie und Naturwissenschaft, auf die deutsche Universitätsreform und ihre Bedeutung für Skandinavien sowie auf die romantische Natur im Zeitkontext.
 

Erscheinungsjahr: 1999 Preis: 20,00 €
ISBN: 3-8305-0000-9 ISBN: 978-3-8305-0000-1
Band-Nr.: 3 Umfang: 163 Seiten
Band 2

Raimund Wolfert (Hrsg.)

"Alles nur Kunst?" Knut Hamsun zwischen Ästhetik und Politik

Er war einer der großen Neuerer der Literatur, der norwegische Dichter und Nobelpreisträger Knut Hamsun (1859-1952). Seine Prosa begeisterte und beeinflußte zahlreiche Autoren von Thomas Mann bis Henry Miller. Aber so enthusiastisch auch manch ein Urteil über die Dichtung Hamsuns ausgefallen ist und noch immer ausfällt, so schwierig gestaltet sich eine unvoreingenommene Auseinandersetzung mit dem Dichter. Zu gravierend waren die politischen Fehltritte, die der "größte Norweger seiner Zeit" sich leistete, zu unlösbar seine Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus.
Im vorliegenden Band diskutieren renommierte Wissenschaftler und Autoren wie Walter Baumgartner, Tankred Dorst, Heiko Uecker und Dieter Wellershoff die Spannungen zwischen Künstlertum und Zeitgenossenschaft, die es im Falle Hamsuns bis heute auszuhalten gilt. Denn der "Dichter der Seele", als der der Norweger gern bezeichnet wird, verdient nach wie vor sein Publikum - seine Literatur spricht für ihn. Es muß aber auch darüber gesprochen werden, was ihn in die Arme einer verbrecherischen und menschenverachtenden Politik getrieben hat.
 

Erscheinungsjahr: 1999 Preis: 19,00 €
ISBN: 3-87061-834-5 ISBN: 978-3-87061-834-6
Band-Nr.: 2 Umfang: 149 S.
Band 1

Bernd Henningsen (Hrsg.)

Begegnungen - Deutschland und der Norden im 19. Jahrhundert

Mit diesem Band soll darauf aufmerksam gemacht werden, daß es zwischen den skandinavisch/nordeuro- päischen Ländern und Deutschland mehr als eine kulturellpolitische "Grenzgängerei" gegeben hat. Nicht was uns trennt, sondern was die Kulturen gemeinsam haben, steht im Mittelpunkt: die gegen- und wechselseitige Inspiration, die Beeinflussungen und die Begegnungen.
Aufgedeckt werden in den Analyse zur Kunst, Literatur und Politik die Konstruktionen vom jeweils Anderen, wie sie uns das 19. Jahrhundert hinterlassen hat: Der Norden aus der deutschen Perspektive - trotz Ibsen, Strindberg und all' den anderen - eine Art bäuerliche, sicherlich auch präkapitalistische Idylle; andererseits wird Deutschland in der Perspektive des Nordens zum Modellfall von politischer, sozialer und ökonomischer Erneuerung, vor allem von industriell-zivilisatorischer Modernisierung, zu einem Traum von modernisierenden Reformen von oben. Was jenseits dieser Konstruktionen offengelegt wird, sind die kulturellen Gemeinschaften des 19. Jahrhunderts, die, wie konstruiert sie auch gewesen sein mögen, immer auch europäische waren.

 

Einleitung
 

Erscheinungsjahr: 2000 Preis: 33,00 €
ISBN: 3-8305-0069-6 ISBN: 978-3-8305-0069-8
Band-Nr.: 1 Umfang: 280 S.

Nicht erschienen:

Band 7

Kersti Morger (Hg.)

Bilder und Bauten. Denkmalpflege und Industriearchitektur in Schweden und Deutschland.