Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Nordeuropa-Institut

 
 

Liebe Studierende,

das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis, das ihr in der Hand haltet, ist das letzte seiner Art. Einige von euch erinnern sich sicher noch an die Diskussionen am Ende des vergangenen Semesters, ob es überhaupt noch mal ein gedrucktes KVV geben solle. Seit kurzem verfügt die Humboldt-Universität mit AGNES über ein Onlinesystem für Lehre und Prüfungen. Die Bachelorstudierenden arbeiten bereits seit einigen Semestern mit der qis-Prüfungsanmeldung und sind mittlerweile auch mit der Onlineverwaltung der Prüfungsergebnisse vertraut. Nachdem in den vergangenen Monaten alle Fakultäten ihre Lehrplanung mit Hilfe von AGNES vorgenommen haben, erfolgt in diesem Wintersemester also der nächste Schritt:

Mit AGNES könnt ihr euch eure individuellen Stundenpläne ausdrucken, werdet automatisch auf Kollisionen von parallel stattfindenden Kursen hingewiesen (Lösungen werden leider noch nicht gleich präsentiert), und vor allem ist die Aktualität von keinem gedruckten Verzeichnis zu übertreffen. Vorausgesetzt, die Pflege der Daten erfolgt korrekt und aktuell, werdet ihr Montag abends per Mail mitgeteilt bekommen, dass der – sowieso nicht besonders beliebte Kurs am Dienstag um 8 – ausfällt. Ist nicht das allein schon die Umstellung wert?

Viele Probleme wurden durch die Programmierfachleute seit dem Start behoben, ein paar Kinderkrankheiten bestehen trotzdem noch. Das hat zu dem Kompromiss geführt, letztmalig ein KVV in traditioneller Form zu produzieren. Sobald die Kinderkrankheiten überwunden sind, werden die Vorteile dieser Datenbank die der manchen vielleicht lieb gewordenen Heftchen mit den skandinavischen Sonderzeichen deutlich überwiegen.

Der Abschied vom Kommentierten Vorlesungsverzeichnis in der traditionel­len Form nach den 13 Jahren, die ich dafür verantwortlich war, ist auch für mich sehr zwiespältig. Einerseits freue ich mich, künftig viel Zeit für andere Dinge nutzen zu können. Andererseits erfreut sich das KVV einer so großen Beliebtheit, dass frühere Versuche, es durch eine alleinige Internetausgabe auf unserer Homepage zu ersetzen, stets scheiterten. Und ich bekenne auch gern, dass es mir immer Spaß gemacht hat, nach passenden Karikaturen und skurrilen Meldungen aus Skandinavien für die Umschlaginnenseite und das PS zu suchen.

Die Anfänge der skandinavistischen KVVs liegen etliche Jahre zurück. Das erste im bekannten, traditionsreichen Layout könnt ihr nur noch im Museum besichtigen, denn das vorliegende Heft ist bereits das 29. seiner Art. Ein kleiner Rückblick zum Abschied ist daher vielleicht angebracht:

Die Grundstruktur lässt sich in vielen Details zurückverfolgen bis zu den ältesten, vor der Fusion noch an der Freien Universität entstandenen Ausgaben. Den „Studienführer“ des Wintersemesters 1991/92, ein vergleichsweise schmales Heftchen mit 25 Seiten, schmückte ein historischer Stadtplan Berlins, die Rückseite ein Orientierungsplan, der die Lage der Diensträume in der FU-Rostlaube zu erklären versuchte. Verlaufen hat man sich als Auswärtiger dennoch … Auf immerhin drei Seiten wurde damals schon über das Lehrangebot an der HU informiert. Verantwortlicher Redakteur war übrigens Stephan Michael Schröder, heute Professor für Skandinavistik in Köln. Die Verantwortlichen im Wintersemester 1992/93 waren Julia Zernack, heute Professorin für Skandinavistik in Frankfurt/M., und Andreas Vollmer, heute Mitarbeiter am CMS der HU. Im Sommersemester 1993 erschien mit bereits 40 Seiten Umfang der erste gemeinsame Studienführer von FU-Skandinavistik und HU-Nordistik. Erstmals gab es ein Vorwort, paritätisch verfasst von Bernd Henningsen (HU) und Hartmut Röhn (FU). Darin wurde über Pläne berichtet, „das Fach an einer Hochschule zusammenzufassen“.

Konsequenterweise war auch die redaktionelle Verantwortung geteilt bzw. verdoppelt worden, Reinhold Wulff und ich – heute …, aber das wisst ihr ja – arbeiteten zusammen. Das Sonderzeichenlayout feierte seine Premiere im Sommersemester 1994, seitdem ist auch der Umfang von ca. 60 Seiten Standard. Im darauffolgenden Wintersemester konnte Bernd Henningsen als Gründungsdirektor die Fusion der Berliner Skandinavistik an der HU verkünden, das Nordeuropa-Institut existiert seit dem 1. Oktober 1994, und im Jahr danach erschien erstmals ein Jahresbericht.

Hoffen wir gemeinsam, dass AGNES schnell zu einer Erfolgsstory wird, dass sich der Übergang zum Online-Format weitgehend problemlos vollziehen wird und dass schon bald nur noch Nostalgiker die papierene Form des KVV vermissen werden.

Ich wünsche euch ein erfolgreiches neues Studienjahr!

 

Tomas Milosch
Berlin, im September 2008

 

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